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Brotkorb Herdecke sieht sich mitten in der Gesellschaft

01.02.2016 | 17:55 Uhr
Brotkorb Herdecke sieht sich mitten in der Gesellschaft
Jahreshauptversammlung beim Herdecker Brotkorb in Ende mit (von links) Beisitzer Siegfried Reiz, Schatzmeisterin Elisabeth Heinemann, Vorsitzender Irmingard Schewe-Gerigk und Schirmherrin Katja Strauss-Köster.Foto: Steffen Gerber

Herdecke.   Flüchtlinge im Fokus: Der Brotkorb Herdecke bekam Lob von der Bürgermeisterin, da er sich sehr engagiert auch um Zugereiste kümmert.

Wie die Zeit vergeht: Vor ziemlich genau zwei Jahren öffnete der Brotkorb zum ersten Mal die Tür in der Hauptstraße 106, um für kleines Geld Lebensmittel an Bedürftige auszugeben. Und in den vergangenen 24 Monaten habe es viel Unterstützung und eine große Spendenbereitschaft gegeben. „Wir sind in der Mitte der Herdecker Gesellschaft angekommen“, sagte Vereinsvorsitzende Irmingard Schewe-Gerigk, die bei der Jahreshauptversammlung ebenso wiedergewählt wurde wie der übrige Vorstand. Nur Beisitzer Siegfried Reiz scheidet aus dem Gremium wegen anderen Aufgaben rund um die Flüchtlingshilfe in der Stadt aus.

Bürgermeisterin dankt Ehrenamtlern

Einen Ausblick zum Flüchtlings-Thema gab Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster bei ihrem Grußwort, in dem die Schirmherrin ihren Dank an die Ehrenamtler für deren Engagement richtete und Vergleiche zur Verwaltung zog. „Wir kommen wegen der vielen Flüchtlinge an unsere Grenzen. Wenn ich sehe, wie viele mittwochs vor der Tür des Brotkorbs stehen, kann man stolz darauf sein, wie gut die Organisation und Stimmung hier sind.“ Schewe-Gerigk präzisierte, dass der Verein 400 Personen versorge, 170 holen für sich und ihre Kinder bzw. Familien Ware ab. Darunter 80 Prozent Zugewanderte, somit gebe es regelmäßig mehr als 100 Abholungen. „Wir haben die Luft angehalten, ob wir den Andrang bewältigen können, haben es aber geschafft, auch dank Ablauf-Änderungen und zusätzlicher Hilfe, beispielsweise durch einen Dolmetscher.“

Etwas mehr als 40 Mitglieder zählt der Brotkorb derzeit. Durch die Flüchtlingszunahme bleibe weniger Zeit für Gespräche bei der Ausgabe, die Idee eines Zwei-Schicht-Betriebs wurde aber verworfen. „Manchmal müssen wir auch noch erklären, dass wir kein Lebensmittelgeschäft und ein ehrenamtlich arbeitender Verein sind“, so die Vereinsvorsitzende. Apropos: Immer noch hofft Irmingard Schewe-Gerigk, dass eines Tages auch Aldi wie alle anderen Herdecker Supermärkte die hiesige Tafel unterstützt. Ob ein eigener Container bei Kaufpark oder viele Spendenaktionen von Bürgern: „Wir legen weiter Wert auf den Aspekt, dass wir in unserer Gesellschaft verwertbares Essen nicht vernichten.“ Sollten in diesem Jahr weitere Flüchtlinge beim Brotkorb anfragen, „könnten wir auf einen leichten Zuwachs reagieren, dafür hätten wir noch Kapazitäten.“

Daher erhielt Katja Strauss-Köster bei der Jahreshauptversammlung auch viele Fragen zur Flüchtlings-Entwicklung. Zumal es anhand der Bescheinigungen teilweise schwer einzuschätzen sei, wer bedürftig sei und wer nicht. Die Bürgermeisterin verwies einerseits auf die staatliche bzw. kommunale Ausstattung der Zugereisten, so dass „der Brotkorb eher eine Art Zubrot sein sollte.“ Andererseits gelte es, die Willkommenskultur und das Engagement trotz vermehrter Problemfelder in der Stadt hochzuhalten. „Der Landrat stellte Herdecke auch angesichts der vielen ehrenamtlichen Integrationshelfer als gutes Beispiel dar.“

Ob VCS, Caritas, Winterspielplatz am Huser Feld oder einzeln Engagierte: Der Brotkorb stehe bei seinen Bemühungen für Hilfsbedürftige nicht allein da, sagte Strauss-Köster und lobte sogleich auch das Flüchtlings-Frühstück am Berge.

Steffen Gerber

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2016-02-01 17:55
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