Bilder vom Hochbetrieb bei der REME

Die Panzerausbesserungswerkstatt REME in Wetter.
Die Panzerausbesserungswerkstatt REME in Wetter.
Foto: Hans-Claus Barth
Was wir bereits wissen
Unzählige Fotos hat Hans-Claus Barth von der Panzerreparaturwerkstatt gesammelt. Diese Schätze zeigt er gern bei den jährlichen Treffen der Ehemaligen - und hortet neue dazu.

Wetter..  Als er noch bei der REME beschäftigt war, hat Hans-Claus Barth gelegentlich mal einen Film von einer Feier gedreht. Fotos waren nicht sein Ding. Im Ruhestand ist das anders geworden. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass er Bilder vom Instandsetzungswerk für Panzer sammelt. Bei den jährlichen Treffen der Ehemaligen zeigt er gerne seine Schätze - und hortet neue dazu.

Über 20 Jahre war Hans-Claus Barth bei der REME beschäftigt. Tag für Tag ist er die 23 Kilometer von Bochum-Weitmar zum Schöntal gefahren. Das englische Militär als Arbeitgeber hat er in guter Erinnerung. „Ich habe mich immer wohl gefühlt“, sagt er im Rückblick, die deutschen und englischen Vorgesetzten waren gut, die Kollegen nett, und der Job als Prozessplaner hat ihn ausgefüllt. Weil das so ist, hat er vor zehn Jahren erstmals die Ehemaligen zu einem Treffen eingeladen. Seitdem werden immer am letzten Samstag im Oktober Erinnerungen ausgetauscht - und Bilder.

Elektronische Post mit alten Fotos

293 Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus der Aufbauzeit der REME hat er auf seinem Computer in einer eigenen Untergruppe abgespeichert. Die Fotos sind neu in seiner Sammlung. Beim Treffen im Westfälischen Hof zogen sie neugierige Blicke auf sich. Aber nicht alle Ehemaligen waren bei dem Wiedersehen dabei, schon gar nicht die, die längst wieder in England leben.

Und doch haben auch sie die Aufnahmen vom C-Werk im Baugerüst oder der Kantine mit dem noch frisch glänzenden Steinfußboden sehen können: 63 E-Mail-Adressen und ca. 100 Telefonnummern von ehemaligen Kollegen hat Hans-Claus Barth in seinem Rechner gespeichert. Bekommt er neue Bilder, bekommen seine Ex-Kollegen elektronische Post.

Das Bewahren der Erinnerung an einen der größten Arbeitgeber in Wetter, der vor 20 Jahren das Gelände an der Ruhr räumte, ist ihm wichtig. Längst ist Hans-Claus Barth dabei zu einer wichtigen Kontaktstelle geworden. Er organisiert Treffen, sammelt und verteilt Bilder, hat die Kontaktdaten. Er weiß aber auch, wenn einer der früheren Mitstreiter gestorben ist. Die Zeitung wertet er dafür aus, und auch ein Trauerportal im Internet hilft ihm weiter. Dann schneidet oder druckt er die Todesanzeige aus. Und falls vorhanden, klebt er ein Porträtfoto aus seiner Sammlung dazu. Die Bilder stammen meist von Betriebsfeiern oder „Tagen der Offenen Tür“. Dann gab es keine Probleme mit dem Fotografieren oder Filmen. Schließlich gab es im Schöntal auch militärische Geheimnisse zu hüten.

Plattensammlung aus DJ-Tagen

Begriffe wie das A-Werk für die Motoren der großen Panzer, das B-Werk für leichte Fahrzeuge und das C-Werk für den optischen und elektronischen Bereich sind ihm immer noch geläufig. Und die Wege zu den Kollegen von damals sind weiter kurz, dem Telefon sei Dank. Ein Anruf in Herdecke genügt, und Hans-Claus Barth weiß, wer die schwarz-weißen Schätze zum letzten Meeting mitgebracht hat und in welcher Datei Informationen über die Werksgeschichte versteckt sind.

Fast 800 Aufnahmen hat er vor allem von den Menschen bei der REME. Ein großartiger Fotoarchivar darüber hinaus ist er nicht. Aber es gibt da schon noch etwas, das seine Leidenschaft als Sammler geweckt hat. „Ich bin Elvis-Fan“, sagt Hans-Claus Barth. 6000 Songs nicht nur von dem Mann aus Memphis hat der Prozessplaner mit Geburtsort Gelsenkirchen digital zusammengetragen. Ein paar Jahre hat er als Gitarrist selbst Musik gemacht, legte als DJ Platten auf. „Damit habe ich manchmal mehr verdient als bei der REME“, denkt er zurück. Damals brauchte eine Plattensammlung noch Platz. Heute passen sie auf einen einzigen Stick.

Nach seiner Zeit bei der REME hat Hans-Claus Barth noch einmal umgeschult zum Altenpfleger. Vier Jahre konnte er noch machen, bevor er krankheitsbedingt in Rente ging: „Man darf sich nur nicht hängen lassen.“ Das fotografische Erbe der REME wird ihn so schnell nicht zur Ruhe kommen lassen.