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Bilder beflügeln Büroarbeiter

10.02.2012 | 15:04 Uhr
Bilder beflügeln Büroarbeiter
Ein Ort der Kunst: die Geschäftsstelle der Wohnstättengenossenschaft Wetter. Claudia Büchel, WSG-Vostand, Künstler Eugen Schlauch und Jürgen Brause, WSG-Vorstand (von rechts) im Gespräch. Foto: Kim Reichard

Wetter.Kunsträume? Viele Wetteraner wissen nicht so recht, wo sie die in ihrer Heimatstadt finden. Aber es gibt sie sehr wohl. Das Büro der Wohnstättengenossenschaft in der Gartenstraße 32 ist so ein Ort: Professionelle und Hobby-Künstler können dort schon seit 2007 ihre Arbeiten in sechs von neun Büroräumen ausstellen.

„Die Idee kam uns, als wir unsere Büros umgebaut haben. Wir konnten uns einfach nicht entscheiden, welche Bilder wir hinhängen sollen. Da fiel uns ein, dass wir hier Ausstellungen anbieten könnten. So haben die Mitarbeiter Abwechslung in ihren Büros und wir bekommen häufiger Besuch“, freut sich Claudia Büchel vom Vorstand der WSG Wetter.

Vierteljährlich werden die Bilder gewechselt. Hauptsächlich kooperiert die WSG mit der Künstlergruppe „artENreich“ aus Wetter. Manchmal kommen die Exponate auch von Künstlern aus Witten oder Hagen. Und einmal zeigte sogar eine polnische Künstlerin in den Büroräumen der Wohnstätte ihre Bilder. Die Zusammenarbeit mit „artENreich“ hat Vorsitzender Wolfgang Wehmeier angestoßen; er ist Mieter der WSG.

Zwischen 50 und 100 Kunstfreunde erscheinen in der Regel zu den Ausstellungseröffnungen. Darüber hinaus können die Bilder zu den Öffnungszeiten der WSG angeschaut werden. „Ein bisschen mehr Belebung wäre wünschenswert, aber die Vernissagen sind immer gut besucht“, so Claudia Büchel. Und WSG-Vorstand Jürgen Brause ergänzt: „Viele Besucher kommen auch gemeinsam mit dem Künstler, der sie durch die Büroräume führt und seine Bilder präsentiert.“

Den Büroalltag stören die Kunstfreunde auf jeden Fall nicht. „Im Gegenteil“, versichert Claudia Büchel, „wir freuen uns über den Besuch.“

Zurzeit zeigen die beiden Wetteraner Michaela Döpper und Eugen Schlauch ihre Arbeiten in den Büroräumen der Wohnstätte.

Eugen Schlauch malt noch nicht so lange: „Man schenkte mir Farben zum Geburtstag und zu Weihnachten, mit der Intention, dass ich kreativ arbeiten solle. Noch bin ich auf der Suche nach meinem eigenen Stil, bislang ändert der sich aber alle fünf Minuten“, sagt er schmunzelnd über sein neues Hobby. Er experimentiert viel, verarbeitet Alltagssituationen in seinen Bildern. Eines der Bilder zum Beispiel entstand, indem er einfach seine Pinsel an der Leinwand säuberte. Derzeit freut er sich über die Chance, bei der WSG ausstellen zu können und hat über diesen Weg auch schon zwei Bilder verkauft.

„Die Ausstellungen der WSG sind etwas für alle Kunstinteressierte, da sie ja auch häufig wechseln und dadurch für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Es gibt also nicht nur Brot mit Salami, sondern auch mal mit Tomate, Käse und Ei“, lacht Eugen Schlauch.

Geöffnet sind die Büroräume der WSG übrigens zu folgenden Zeiten: montags 8 bis 18 Uhr, dienstags bis donnerstags 8 bis 15.30 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr.

Kim Reichard

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