Bewährungstrafe für Volmarsteiner nach langem Bangen

Ein Volmarsteiner war am Zigarettenschmuggel beteiligt, stellte nun das Landgericht Hagen fest.
Ein Volmarsteiner war am Zigarettenschmuggel beteiligt, stellte nun das Landgericht Hagen fest.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Ein Volmarsteiner wurde wegen seines „unverzichtbaren Tatbeitrags“ zum Zigarettenschmuggel verurteilt. Das wurde wie eine Erlösung aufgenommen.

Wetter/Hagen..  Das Urteil kam wie eine Erlösung für den Volmarsteiner: Nach ungewöhnlich langer Wartezeit hat ihn die 1. große Wirtschaftskammer des Hagener Landgerichts zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Immer wieder war der Mann in den vergangenen fünf Jahren zu seinem Postkasten gegangen in der bangen Erwartung, die Anklageschrift zugestellt zu bekommen. Fünf Jahre, die an ihm nicht spurlos vorbeigegangen sind, wie er selbst stets vor Gericht betonte.

Und er hatte die richtigen Befürchtungen. Denn auf die Beihilfe zum Zigarettenschmuggel in solchen Dimensionen stehen wesentlich höhere Strafen. „Er hat jahrelang zu recht in der Sorge gelebt, dass ihn eine Freiheitsstrafe treffen würde“, so der Vorsitzende Richter. Vor dem Hintergrund stellte die lange Wartezeit schon eine Buße für sich dar.

Der Volmarsteiner hatte Zigarettenschmugglern eine Lagerhalle zur Verfügung gestellt. So war es für die größtenteils aus Polen stammenden Männer möglich, mit illegalen Glimmstängeln der Marke Jin Ling auch in Deutschland Geschäfte zu machen. Es entstand ein Steuerschaden von etwa zwei Millionen Euro, an dem der Angeklagte durch seine Hilfe beteiligt war.

Zuvor völlig unbescholten

Wie schon die Staatsanwältin war auch die Kammer überzeugt: „Der Angeklagte hat einen unverzichtbaren Tatbeitrag geleistet.“ Und auch angesichts des millionenschweren Steuerschadens wollte sie keinen minderschweren Fall annehmen, wie Verteidiger Dr. Martin Müller in seinem Plädoyer beantragt hatte. Allerdings milderten die Richter die Strafe deutlich ab. Das lag vor allem an der ungewöhnlich langen Zeit, die der Angeklagte auf seinen Prozess warten musste. Nämlich fünf lange Jahre, weil das Verfahren zwischenzeitlich ein Jahr beim Zoll ruhte und dann noch einmal bei der Staatsanwaltschaft, bis es endlich Anfang 2015 zur Anklage kam. Das sahen die Richter als Belastung an. Von einer Bewährungsauflage sahen die Richter ab. Stattdessen gelten zwei Monate bereits als verbüßt. So zahlte sich die zermürbende Wartezeit am Ende für den bislang völlig unbescholtenen Mann aus.