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Radweg

Betondecke auf dem Viadukt in Wengern

07.03.2016 | 12:00 Uhr
Betondecke auf dem Viadukt in Wengern
In Wengern laufen rund um den Viadukt die Arbeiten für den Radweg Von Ruhr zu Ruhr auf der alten Trasse der Elbschebahn. Laut Straßen-NRW (rechts Olcay Girona, links Christoph Hatzig von der Firma STH) ist fraglich, ob dieses Teilstück noch 2016 befahren werden kannFoto: Steffen Gerber

Wengern.   Die Arbeiten für den Radweg Von Ruhr zu Ruhr laufen, wenn auch nicht immer nach Plan. Jetzt soll das Teilstück in Wengern Ende des Jahres fertig sein.

W-Fragen sind für Journalisten wichtig. Also los: Wann wird das Teilstück des Radwegs Von Ruhr zu Ruhr in Wengern fertig? Zum Jahresende 2016, sagt Straßen-NRW. Warum dauert es länger als geplant? Weil beispielsweise in 2015 die Felssicherung und aktuell die Instandsetzung der Bauwerke aufwändiger sind als geplant. Was passiert derzeit auf dem 3,8 Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Abzweig Ruhrtalweg und der Ratelbecke? Eine beauftragte Firma saniert u.a. im Trienendorf den Viadukt über die Elbsche. Und das ist eine „Herausforderung und viel Arbeit“, wie Polier Christoph Hatzig von STH Hüttental berichtet.

Von der Idee, auf der alten Trasse der Elbschebahn einen meist drei Meter breiten Radweg herzurichten, seien viele Wengeraner weiterhin angetan. Das hat Christoph Hatzig aus vielen Gesprächen mit Anwohnern und Passanten erfahren. Gleichwohl gebe es auf einer Baustelle immer wieder Überraschungen, die einen genauen Zeitplan erschwerten. So haben er und die STH-Mitarbeiter an allen Bauwerken seit Beginn der Aktivitäten im Herbst 2015 etwa teerhaltiges PAK gefunden. Was früher der Abdichtung diente, hat für die Sanierer heutzutage umfangreiche Entsorgungsmaßnahmen zur Folge. „Wir mussten da mit Schutzanzügen und -masken ran, nach zwei Stunden wechselten wir die Kollegen aus, während die Vorgänger sich duschen und waschen mussten“, berichtet der Polier, warum es beispielsweise dadurch zu einer mehrwöchigen Verzögerung kam.

Seit einigen Tagen liegt eine Bodenplatte aus Beton auf der 130 Meter langen Strecke über dem Viadukt. Wo sich früher grober Schotter befand, kommt bald auch noch eine 40 Zentimeter dicke Frostschutzschicht darauf. Anfang nächster Woche verlegen die Bauwerkspezialisten – im Schnitt sind acht bis zwölf Arbeiter hier aktiv – an beiden Seiten des sechs Meter breiten Weges Regenrohre. Sechs neue Gullys fangen auf dem Viadukt das Wasser auf, das dank des natürlichen Gefälles von einem Prozent abwärts in das Rückhaltebecken Opfersiepen (neben dem Friedhof) fließen kann. „Durch den Beton schützen wir das Bauwerk von oben vor Feuchtigkeit“, erklärt Ingenieurin Olcay Girona, die für Straßen-NRW die Instandsetzungsarbeiten verantwortet.

Fünf weitere Bauwerke zu sanieren

Seit drei Monaten bereitet die Firma aus Hüttental am teils eingerüsteten Viadukt den Weg für Radler vor. Mit einem Sandstrahler hellten die Mitarbeiter von unten die Natursteine auf und besserten Fugen aus. Zu 70 Prozent seien die Pfeiler saniert, bis Ende April geht’s weiter. „Mit einem Brückenuntersichtgerät erledigen wir den Rest, dann beseitigen wir etwa die noch vorhandenen Kalkablagerungen von oben aus einem Korb heraus“, so Hatzig. Auch das neue und 1,30 Meter hohe Geländer lässt noch auf sich warten. Die alte Abgrenzung wird abmontiert, wieder aufbereitet (verzinkt) und dann hinter der verkehrssicheren Konstruktion angebracht. „Wegen des Denkmalschutzes müssen wir alles originalgetreu wieder einsetzen“, sagt Girona. Dementsprechend bleiben auch alle acht Kanzeln erhalten, wobei Ausflügler nur zwei als Aussichtspunkte betreten dürfen.

Zum Sanierungs-Auftrag für die Firma und deren Subunternehmer gehören fünf weitere Bauwerke auf dem Radweg in Wengern. Am Einstieg an der Brücke Wittener Straße stehen im Frühjahr Beschichtungsarbeiten an, die Überquerung Höltkenstraße ist in dieser Woche im Fokus. An den Tunneln Henriette-Davidis-Weg, Wengerner Mühle und an einem Forst- bzw. Waldweg in der Nähe des Naturfreundehauses ist der Fortschritt deutlich sichtbar. Bis Mai sollen die Instandsetzungsarbeiten abgeschlossen sein, wobei Frost und regenreiche Tage für Verzögerungen führen können.

Es gibt also noch viel zu tun. So fehlt noch die Rampe, über die die Zufahrt vom Ruhrtalradweg erfolgen soll. Alle Bauwerke bekommen ein neues Geländer, auch an einzelnen Gefahrenstellen schützen Abgrenzungen vor steilen Abhängen. „Mit dem Straßenbau soll es im Sommer los gehen, für die Asphaltierung brauchen wir etwa ein halbes Jahr“, meint Girona. Und Hatzig verweist darauf, dass auch die Zuwegung kompliziert sei. „Alle Lkw kommen über die Auffahrt an der Wengerner Mühle und müssen einen Teil der kilometerlangen Strecke rückwärts fahren.“ Zusätzliche Arbeiten fielen an, da immer wieder Unbekannte ihre Gartenabfälle mitsamt Plastikmüll auf dem Radweg entsorgten. „Den mussten wir tonnenweise auf unsere Kosten abfahren“, so die Ingenieurin von Straßen-NRW. „Wir haben Anwohner darauf angesprochen, aber keine Hinweise erhalten.“

Steffen Gerber

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Betondecke auf dem Viadukt in Wengern
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2016-03-07 12:00
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