Beschäftigte profitieren vom Mindestlohn

Ennepe-Ruhr..  Seit dem 1. Januar 2015 gilt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Laut Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) müssen zurzeit im Ennepe-Ruhr-Kreis 3991 Vollzeitbeschäftigte mit weniger als 8,50 Euro Stundenlohn auskommen (Bruttoverdienst bis zu 1500 Euro/Monat). Das heißt: 5,7 Prozent der insgesamt 69 065 Vollzeitbeschäftigten im EN-Kreis werden von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns profitieren.

Der DGB geht davon aus, dass bei den 23 955 sozialversicherten Teilzeitbeschäftigten im EN-Kreis und insbesondere bei den 27 118 Minijobs der Anteil derjenigen, die vom Mindestlohn profitieren, noch deutlich höher liege. Regionale Angaben seien jedoch wegen mangelnder statistischer Grundlagen unmöglich, so die Gewerkschaft. Landesweit würden etwa zwei Drittel der Minijobber vom Mindestlohn profitieren.

Niedriglohn für mehr Frauen

Bundesweit arbeiten demnach deutlich mehr Frauen im Niedriglohnbereich als Männer. Dies sei auch im EN-Kreis der Fall. Während 3,3 Prozent der vollzeitbeschäftigten Männer brutto weniger als 1500 Euro monatlich verdienen, liegt der Anteil der Frauen bei 11,6 Prozent.

DGB-Regionsgeschäftsführer Jochen Marquardt ist überzeugt, dass der gesetzliche Mindestlohn zu mehr Gerechtigkeit führe. „Auch die Akzeptanz bei den Unternehmen wird zunehmen, wenn sie sicher sein können, dass der Mindestlohn auch von der Konkurrenz bezahlt wird“, sagte Marquardt. Wichtig sei allerdings eine wirksame Überwachung. „Einige Arbeitgeber versuchen mit allen Tricks den Mindestlohn zu umgehen. Das ist kein Kavaliersdelikt.“ Wer gegen das Mindestlohngesetz verstoße, müsse mit Geldbußen bis zu 500 000 Euro rechnen. Wem der Mindestlohn vorenthalten werde, könne bis zu drei Jahre später Klage einreichen. Marquardt weist darauf hin, dass tariflich ausgehandelte Branchen-Mindestlöhne ihre Gültigkeit behalten und nicht mit einem Hinweis auf den gesetzlichen Mindestlohn gekürzt werden können.

Auskunft per Telefon oder Internet

Für Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen bietet der DGB einen „Online-Lotsen“ mit Informationen zum Mindestlohn an. Auch das Bundesarbeitsministerium hat eine Hotline geschaltet: 030 / 60 28 00 28 (Montag bis Donnerstag, 8-20 Uhr).