Bernhardiner passt wieder auf Bettina auf

Die Idylle vor dem Ender Gemeindehaus zeigt Risse: Bettinas Bein ist frisch geklebt und ihr Hund erst wenige Tage aus der „Tierklinik“ zurück.
Die Idylle vor dem Ender Gemeindehaus zeigt Risse: Bettinas Bein ist frisch geklebt und ihr Hund erst wenige Tage aus der „Tierklinik“ zurück.
Foto: Klaus Görzel
Was wir bereits wissen
  • Eigentlich sind der Bernhardiner und Bettina ein Gespann
  • Jetzt musste der Kunst-Hund zur Reparatur in die Werkstatt
  • Pfoten-OP geglückt: Der Vierbeiner passt wieder auf Frauchen auf

Ende..  Pfötchengeben kann er sowieso nicht. Aber die verletzte Pfote war ein unerträglicher Anblick. Und so war der große Bernhardiner, der vor dem Ender Gemeindezentrum sonst so gewissenhaft auf sein Frauchen „Bettina“ aufpasst, für ein paar Wochen wieder an den Ort seiner Geburt zurück gekehrt – in die Bildhauerwerkstatt von Christel Lechner in Witten.

Die Alltagsmenschen der Künstlerin tragen immer mal wieder Spuren von Beschädigungen. „Als hätten Vandalen davor getreten“, kann sich Christel Lechner an die demolierte Pfote des Bernhardiners erinnern. Für sie ist es nicht leicht, bei all den Figuren und den vielen Reparaturen noch die Übersicht zu behalten. Seit 20 Jahren liefert sie ins ganze Bundesgebiet. Bei aller Anerkennung für ihre Kunst bekomme sie auch „den Zeitgeist mit: Der Respekt vor den Dingen fehlt.“

Verletzungsspuren auch bei Frauchen

Ein Alltagsmensch ist so ein Hund natürlich nicht. Aber Hunde gehören nun mal zum Leben der Alltagsmenschen. „Bettina“ allein ganz entspannt auf der Mauer vor dem Gemeindehaus – nein, da fehlte noch etwas. Und so hat die Bildhauerin ihr den Hund an die Seite gesetzt. Aber weil der nicht nur kein Pfötchen geben kann, sondern auch an seinen Sitzplatz gefesselt ist, taugt er nur bedingt als Beschützer. Und so sah sich auch Bettina mehrfach Angriffen ausgesetzt. Eine Naht am Unterarm und mittlerweile geklebte Risse am Unterschenkel zeugen davon.

Bettina musste ihren Platz für die Behandlung nicht verlassen. Ihr Notfall-Team rückte aus Witten aus der Bildhauerwerkstatt an und wird noch einmal nach Ende kommen müssen. Ein paar Pinselstiche werden dann die Spuren brutaler Schläge und Tritte verdecken.

Fürs erste jedenfalls sind Hund und Herrin wieder vereint. Und vielleicht bleibt ja den Technischen Betrieben ein weiterer Fahrdienst zum „Tierdoktor“ in Witten erspart. Die Nicht-Vandalen dürfte es freuen.