Bekennender Herdecker aus New York spendet neue Tafel

Herdecke..  Seit 2013 steht der Wappenstein Stiftsmühle nach seiner Umsetzung an der Einmündung Kampstraße/Mühlenstraße. Zwei Tafeln in der Edelstahl-Vitrine erläutern textlich den von der Äbtissin Philippina von Romberg (1776- 1791) finanzierten Neubau der Wassermühle. Ein Lageplan, der den ehemaligen und heutigen Bereich südlich der Kampstraße darstellt, wird laut Mitteilung von Wolfram Mellinghaus am Mittwoch um 16 Uhr von Katja Strauss-Köster und ihrem Amtskollegen Bürgermeister Hanns-Michael Noll aus der Partnerstadt Blankenburg durch eine weitere Tafel am Denkmal ergänzt.

Diese neue Tafel enthält folgende Details: Auf der im ehemaligen Mühlengraben gelegenen Halbinsel stand neben der Stiftsmühle westlich davon ein sogenannter Schleifkotten. Die Messerschleiferei hatte die letzte Äbtissin, Wilhelmine von Blomberg (1791-1811), auf eigene Kosten errichten lassen. Pächter waren die Messerschleifer Peter Caspar Klinckmann und Hermann Heinrich Butz aus Wetter. Neben dem Pachtzins in Höhe von 30 Talern jährlich fiel eine Sachleistung an: Die Äbtissin durfte ihre Messer bei den Wetteraner Spezialisten kostenlos schleifen lassen. Die quer mit einem anschließenden Wehr im Mühlengraben stehende Wassermühle staute den Obergraben. Als Abfluss nach Westen diente der Untergraben.

Gefahr bei Hochwasser

Die für den Mahlbetrieb mit dem Stau erwünschte Wassermenge ließ sich bei Hochwasser kaum regulieren. An der südlichen Uferböschung führte das häufig zu Durchbrüchen. Die Flut schwappte dann direkt über die Fluss-Aue Richtung Ruhr.

Der auf dem Urkataster von 1824 basierende Lageplan zeigt die damals bestehenden Brüche in Höhe der Mühle.

Die Kosten für die neue Info-Tafel übernahm Klaus Löbbert, wohnhaft in USA und bekennender Herdecker. 1960 wanderte er nach New York aus und arbeitete dort mehrere Jahre bei VW. 1968 gründete er einen eigenen KFZ-Betrieb. Die Kontakte zur alten Heimat pflegt er gemeinsam mit seiner aus Hagen stammenden Ehefrau Edith durch regelmäßige Besuche.

Mit der Spende konnte Wolfram Mellinghaus die 32. Info-Tafel auf dem Rundweg „Historischer Herdecker Altstadtbummel“ einfügen.