Bei Reklamation sollten Kunden hartnäckig sein

Ennepe-Ruhr..  Wenn das Display schwarz bleibt, die Espressomaschine streikt oder die Naht an der neuen Jacke aufgeht, sind dies Ärgernisse, die Kunden nicht hinnehmen müssen. Das müssen sie auch dann nicht, wenn sie im Geschäft bei der Reklamation von fehlerhaften Waren ausgebremst werden. „Immer wieder kommt es vor, dass Verkäufer Kunden bei Mängeln direkt an die Hersteller verweisen, obwohl sie in vielen Fällen für die Behebung der Fehler zuständig sind“, kritisiert die Verbraucherzentrale NRW. Damit Kunden ihre Rechte wirkungsvoll durchsetzen können, gibt sie Ratsuchenden folgende Hinweise:

Kaufzeitpunkt

Innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Kauf beziehungsweise nach Übergabe der bezahlten Ware an den Kunden muss der Verkäufer im Rahmen des gesetzlichen Gewährleistungsrechts für die Mängelfreiheit der Ware einstehen. Zeigt sich an der Ware innerhalb der ersten sechs Monate ein Fehler, wird vermutet, dass dieser schon von Anfang an bestand. Danach muss der Käufer nachweisen, dass die Sache bereits beim Kauf defekt oder der Fehler angelegt war.

Reklamation

Defekte Ware sollte am besten immer schriftlich reklamiert werden. In einem Brief oder per E-Mail sind die aufgetretenen Mängel möglichst genau zu beschreiben. Wird im Geschäft mündlich reklamiert, ist es hilfreich, eine Notiz über das Gespräch anzufertigen: Name des Gesprächspartners, Datum, Reklamationsgründe und das Ergebnis des Gesprächs inklusive gesetzter Fristen sollten dabei festgehalten werden.

Fristen

Bei einer Reklamation innerhalb der Gewährleistungsfrist sollten Kunde und Verkäufer sich immer auf eine Frist verständigen, innerhalb der die Ware repariert oder ersetzt wird. Ein Zeitraum zwischen einer und zwei Wochen ist in den meisten Fällen angemessen.

Kundenrechte

Reagiert der Verkäufer innerhalb dieser Frist nicht oder scheitern wiederholte Reparaturversuche, kann der Kunde weitere Rechte geltend machen. So kann er dann zum Beispiel vom Vertrag zurücktreten oder auch verlangen, dass der Kaufpreis reduziert wird. Bei unerheblichen Mängeln kann der Kunde ebenfalls auf einen herabgesetzten Kaufpreis pochen, nicht aber vom Vertrag zurücktreten.

Garantie

Zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung übernehmen manche Hersteller oder Händler für ihre Produkte Garantien. Den Umfang dieser freiwilligen Leistungen können sie selbst festlegen. So kann eine Hersteller-Garantie zum Beispiel viele Schadensfälle ausschließen. In anderen Fällen kann sie aber auch ein Plus gegenüber der Gewährleistung sein. Während der zweijährigen Gewährleistungszeit kann der Kunde entscheiden, was für ihn günstiger ist - die Gewährleistung oder die Garantie. Der Kunde sollte sich nicht vorschnell vom Verkäufer mit einem Hinweis auf die Herstellergarantie abwimmeln lassen.

Informationen rund um die Gewährleistungsrechte gibt es im Internet auf www.verbraucherzentrale.nrw/gewaehrleistung. Rechtlichen Rat bei der Durchsetzung von Reklamationsrechten bieten auch die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale.

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