Begegnungen am Kochtopf und am Küchentisch

Ein Flüchtlingsheim in Wetter.  Die Bewohner sollen mehr Kontakte zu Deutschen finden. Eine Kochaktion soll helfen.
Ein Flüchtlingsheim in Wetter. Die Bewohner sollen mehr Kontakte zu Deutschen finden. Eine Kochaktion soll helfen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Eine Aktion in Wetter und Herdecke macht Flüchtlinge zu Gastgebern. Die Lokalredaktion übernimmt die Rechnung beim Auftakt.

Wetter/Herdecke..  Andere Länder, andere Rezepte. Mit den Flüchtlingen, die in Wetter oder Herdecke aufgenommen worden sind, kommt auch deren Kochkultur in die Übergangsheime und Unterkünfte. Dabei soll es nicht bleiben: „Kochen verbindet“ heißt eine Aktion, die Asylbewerber und Asylgeber näher zusammenbringen soll. Montag wird erstmals im Jugendtreff Kicka am Schmandbruch gemeinsam gekocht. Düfte aus dem Kosovo sollen über der Küchenzeile schweben.

Die Idee zu der Kochaktion hatte Udo Picksak. Der CDU-Ratsherr saß vor einigen Wochen mit am „Runden Tisch“, der in Wetter Hilfsangebote für Flüchtlinge organisieren will. Sein Geld verdient Picksak bei Kolping in Castrop-Rauxel. Und da wird viel Programm für Asylsuchende gemacht. Sprachkurse zählen dazu, aber auch einfache Integrationskurse. Und bei denen wird gerne auch gekocht. „Über die einzelnen Gerichte kommt man ins Gespräch“, weiß Udo Picksak.

Mal steht tunesische Küche auf dem Plan, mal zeigen Menschen aus Syrien, was bei ihnen daheim in den Topf oder die Pfanne kommt, und auch Aserbaidschan hat schon mal die Speisefolge bestimmt. „Ein bisschen orientalisch war das angehaucht“, erinnert sich Picksack. Am Montag im Kicka werden Flüchtlinge aus dem Kosovo zeigen, wie sie Fleischröllchen drehen und wollen sich dabei nicht nur über die Schulter schauen lassen. „Kochen verbindet“, das soll fürs Essen gelten, vor allem aber für die gemeinsame Zubereitung.

Sponsoren gesucht

Übers Essen reden kann beim Essen zubereiten jeder. Und was sich nicht mit Worten ausdrücken lässt, das zeigen Gesten oder das Spiel der Gesichtszüge. Die Köche können damit glänzen, was sie in der Heimat gelernt haben, die Bekochten dürfen genießen, was aus der Welt in unsere Küchen gekommen ist.

Vier Orte hat die Stadtverwaltung bereits ausgeguckt. Bei ihr laufen die Fäden für die Flüchtlingsaktionen zusammen. Fachbereichsleiterin Margot Wiese hat das Kicka zum Auftakt ins Gespräch gebracht. Auch Kirchengemeinden in Wetter haben schon signalisiert. dass sie gerne fremde Dürfte durch ihre Gemeinderäume ziehen lassen würden. Nicht nur in Wetter gibt es Angebote. Auch in Herdecke finden schon seit vielen Monaten Menschen zusammen, die Flüchtlinge in ihrer Mitte aufnehmen möchten. Und so soll auch hier die Aktion „Kochen verbindet“ laufen.

Beim Start kommt die Redaktion für den Einkauf auf. Für die Fortführung der Aktion einmal im Monat setzt Udo Picksak auf weitere Sponsoren. Gastrobetriebe stellt er sich vor, die vor einem Großeinkauf einfach mal bei der Stadt oder der Redaktion nachfragen, was zum gemeinsamen Kochen gebraucht wird und das dann einfach mitbringen. Auch Lebensmittelhändler dürfen sich melden. Picksak schwebt so etwas wie ein kreatives „Restekochen“ vor. Dann würde das Kochen schon vor dem Gang an den Herd allein durch den Einkauf neue Verbindungen schaffen.