Bauzaun steht Fußgängern weiter im Weg

Liesel Frese und Hermann Wenz setzen sich dafür ein, dass endlich der Bauzaun vom Bürgersteig auf dem Weg zum Bahnhof verschwindet.
Liesel Frese und Hermann Wenz setzen sich dafür ein, dass endlich der Bauzaun vom Bürgersteig auf dem Weg zum Bahnhof verschwindet.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach dem Gutachten eines Statikers muss in Herdecke neuerlich gewartet werden. Die Stadt vertröstet auf den Herbst.

Herdecke..  Die Bäume an der Böschung neben der Bahnlinie werfen lange Schatten. Es ist Nachmittag, und die Sonne schickt ihr starkes Frühlingslicht. „Wenn der Bus hier runter kommt, wird’s eng“, sagt Liesel Frese mit Blick auf die steile Fahrbahn und den Bauzaun, der den Bürgersteig zur Hälfte verstellt. „Vor allem im Winter“, ergänzt Hermann Wenz. Mehr als einmal schon ist die Stadt vor den Gefahren des verengten Gehsteiges gewarnt worden, mehr als einmal schon ist ein Winter darüber weggegangen. Noch einmal soll das nicht passieren, hofft Wenz. Noch einmal wird das nicht passieren, versichert die Stadt. Vorigen Sommer hat sie das auch gesagt.

Kürzlich erst kam Liesel Frese mit einem Rollkoffer die Straße vom Bahnhof hinunter Richtung Attenbergstraße „und musste auf die Fahrbahn ausweichen“. Mütter und Väter mit einem Kinderwagen ergeht es nicht besser. Der Bauzaun nimmt einen Teil des Bürgersteiges weg, und die Betonfüße, in denen die Zaumpfosten stecken, ragen immer wieder bis in die Mitte des Bürgersteiges. Nebeneinander hergehen ist hier unmöglich.

Dabei ist viel passiert am oberen Ende der Bahnhofstraße. Die Bahn hat die Hangmauer mit großem Aufwand auch an der Hauptstraße saniert, die Fahrbahn ist für den Busverkehr ausgebaut worden, und statt eines Trampelpfades ist eine schöner Gehweg gepflastert worden. Wäre da nicht der Zaun.

Hermann Wenz war noch im Rat, als er die Bürgermeisterin persönlich bat, sich doch der Sache anzunehmen. Über ein Jahr ist das jetzt her. Es gab sogar eine Ausschreibung. Aber die war fehlerhaft, erfuhr Wenz. Das war im vorigen Jahr. Der Bauzaun verstellt noch immer den Fußweg.

„Ich fühle mich als Anliegerin vergessen“, sagt Lisel Frese, langjährige Ratsfrau der Grünen. Der Gehweg ist nicht vollständig passierbar, hinter dem Behelfszaun „sieht es traurig aus. Alles verwahrlost immer mehr“. Und auch Hermann Wenz kann nicht verstehen, dass sich die Stadt so oft bitten lässt: „Ich würde doch nicht warten, bis die Leute nachher sauer sind, sondern den Ärger vorweg vermeiden“, sagt er.

Mietkosten entstehen nicht

Nun sind die Bürger einmal mehr hingehalten worden, wenn auch nicht ohne Grund. Ein Gutachter hat der Stadt vor ein paar Wochen bescheinigt, dass die Statik für das geplante Geländer zum Hang hin nicht so funktioniert wie geplant. Es muss erneut eine Ausschreibung geben. „Im Herbst soll das Geländer da sein“, versichert Dennis Osberg, Pressesprecher der Stadt und kann Frese und Wenz eine Sorge nehmen: Miete zahlt die Stadt für den Bauzaun nicht. Er gehört den Technischen Betrieben.