Baum muss wegen Maiwochen-Bühne weichen

Am Viehmarktbrunnen in Herdecke ist einer von vier Bäumen gefällt worden.
Am Viehmarktbrunnen in Herdecke ist einer von vier Bäumen gefällt worden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Durchlass am oberen Eingang der Fußgängerzone war der Feuerwehr zu eng. Im Umweltausschuss gab es aus mehreren Gründen Empörung.

Herdecke..  „Da waren es nur noch drei“, stellt Umweltausschussmitglied Jens Plümpe fest und meint die Bäume, die den Viehmarktbrunnen umstellen. Oder: umstellten. Einer aus dem grünen Quartett fehlt seit der Maiwoche, wie der Ausschussvorsitzenden Karin Striepen (SPD) zugetragen worden war. Als sie jetzt in einer Sitzung von der Verwaltung wissen wollte, was denn zu der Fällaktion geführt habe, löste die Antwort allgemeines Unverständnis aus. Und wie es scheint, gibt es auch noch ein Nachspiel.

Empörung in allen Gesichtern

Nicht unter den Teppich, aber unter ein Kiesbett gekehrt worden seien die Spuren des Schattenspenders gleich vor der Fleischerei am Viehmarktbrunnen. „Ein bisschen hat das etwas von einer Vertuschung“, findet Karin Striepen, und das erinnert sie dann gleich an die Art, wie die Verwaltung mit dem Thema umgegangen sei. Von sich aus war ihr die Fällaktion nämlich nicht die Rede wert. Erst auf Nachfrage gab es eine Bestätigung und die Gründe: Weil die Bühne in diesem Jahr etwas breiter als sonst und somit der Durchlass für Feuerwehrfahrzeuge zu eng geworden war, musste der Baum weichen.

Die Antwort scheint etwas vorschnell gewesen zu sein. Von der Bühne ist in einer schriftlichen Stellungnahme der Stadt zu der Fällaktion gar nicht mehr die Rede. Auf Nachfrage der Redaktion wird allerdings bestätigt, dass der Raum zwischen Bühne und Baum zu eng für große Feuerwehrfahrzeuge gewesen sei und es auch bei einer versetzten Bühne nicht gepasst habe.

Auch bei anderen Großveranstaltungen habe sich der Haselnussbaum, der erst vor drei Jahren nachgepflanzt worden ist, als Problem erwiesen. Jetzt habe entschieden werden müssen, zumal die Zufahrt von oben eine besondere Bedeutung bekommen habe durch die Bauarbeiten im unteren Bereich der Fußgängerzone.

Für die Ausschussmitglieder zeichnete sich ein weniger genaues Bild ab. „Ich habe Empörung in allen Gesichtern gesehen“, erinnert sich Karin Striepen. Andreas Disselnkötter von den Grünen bestätigt das ebenso wie Jens Plümpe von der Fraktion „H plus“. Von einer gemeinsamen Initiative aller Fraktionen ist die Rede. Die SPD- hat bereits angekündigt, die Fällaktion im Hauptausschuss zum Thema zu machen. Wer ist verantwortlich für den Einsatz der Säge, will die SPD wissen, und wie viel Geld wird es die Stadt kosten, einen angemessenen Baum als Ersatz einzupflanzen. Denn das scheint für Karin Striepen außer Frage: „Das Ensemble sollte wieder hergestellt werden.“ Und für Andreas Disselnkötter ist klar: „So etwas muss künftig verhindert werden.“