Barrierefrei in die Badehose

Die frühere Mitarbeitertoilette im Freibad Wetter wird umgebaut.
Die frühere Mitarbeitertoilette im Freibad Wetter wird umgebaut.
Foto: WR Schmettkamp

Wetter.. Gut Ding will Weile haben. Dieses Jahr aber soll sie endlich fertig sein, die barrierefreie Umkleide im Freibad.

Seit sechs Jahren gibt es Pläne und Finanzierungsmodelle, jetzt endlich passt beides zusammen. Dabei hatten Seniorenbeirat, Behindertenbeirat und Ausländerbeirat das Geld bei einem Benefizkonzert beinahe schon zusammengetrommmelt - bis sich herausstellte, dass eine barrierefreie Umkleidekabine im Freibad am See erheblich teurer werden würde als gedacht. Bei rund 5000 Euro lag die erste Kalkulation. Mittlerweile stehen 17 000 Euro unter dem Strich der Gesamtkosten.

Der Anstieg hat zwei Gründe: Der Trägerverein für das Freibad am See konnte bei weitem nicht so viel Eigenleistung anbieten wie ursprünglich eingerechnet. Und: Das frühere Mitarbeiter-WC wird noch aufwendiger, dafür aber behindertengerechter ausgebaut als zunächst überlegt.

Die künftige Kabine für Menschen mit Behinderungen wird so groß sein, dass es auch mit Betreuer und Rolli nicht eng darin wird. Ein WC und eine Dusche werden eingebaut. Und wichtig: Es gibt auch eine Liege für die Pflege.

„Wenn die Kabine erst einmal da ist, wird sie auch stark frequentiert“, glaubt Silke Sichelschmidt, Vize-Vorsitzende des Trägervereins „Unser Freibad am See“. Das denkt auch Mirko Dimastrogiovanni. „Das ist wie bei anderen Freizeitangeboten“, sagt der Rollstuhlfahrer, „wenn ich nicht weiß, dass es so ein behindertengerechtes Angebot gibt, gehe ich da nicht hin.“

Aber auch schon jetzt kommen vereinzelt Menschen mit schwersten Behinderungen ins Naturbad am See.

Sponsoren und Sparkasse haben Geld gegeben

Auch ältere Gäste sind froh, wenn sie mehr Platz beim Umziehen haben oder einen Haltegriff zum Aufstehen neben der Toiletten finden. Bisher gab’s die Sammelkabinen als Ausweichmöglichkeit. Das bedeutete zwar mehr Platz, aber auch mehr Zuschauer.

Im Moment liegt die Planung in den letzten Zügen. Sponsoren und die Sparkasse als Spender haben den Bau möglich gemacht. Wenn der Trägerverein im Mai sein Bad eröffnet, soll die besonders große Kabine fertig sein.