Bahn-Mitarbeiter regeln Autoverkehr am Tunnel Wetterstraße

Brückensanierung der Deutschen Bahn in Herdecke: Wegen Arbeiten an der Unterführung ist die Durchfahrt für Autos in der Wetterstraße drei Tage gesperrt
Brückensanierung der Deutschen Bahn in Herdecke: Wegen Arbeiten an der Unterführung ist die Durchfahrt für Autos in der Wetterstraße drei Tage gesperrt
Foto: Steffen Gerber
Was wir bereits wissen
  • Wurzeln können auf Bauwerk drücken
  • Durchfahrt tagsüber bis einschließlich 19. Oktober gesperrt
  • Mitarbeiter der Bahn regeln Verkehr

Herdecke..  Normalerweise sind Mitarbeiter der Deutschen Bahn für den Zugverkehr zuständig. In diesen Tagen müssen vier Mitarbeiter aber zusätzliche Aufgaben in Herdecke übernehmen, und zwar auf der Wetterstraße die Durchfahrt von Bussen, Autos und Radfahrern regeln. Während sich ein Duo um die Brückensanierung kümmert, stehen zwei Kollegen an den Absperrungen vor den beiden Tunnelzufahrten. Diese öffnen sie nur für den Linienverkehr und im Fall der Fälle für Feuerwehr- oder Polizeieinsätze. Pkw-Fahrer kommen hier tagsüber bis einschließlich Mittwoch, 19. Oktober, nicht durch.

Montag, 10.25 Uhr. Seit knapp zwei Stunden ist eine der zentralen Durchfahrtsstraßen in Herdecke dicht. „Wir lassen den frühen Berufsverkehr noch durch, bis 17 Uhr dann nur Busse“, sagt der Truppführer von der Deutschen Bahn.

Beinahe wie bestellt, kommt die Linie 555 aus Wetter und kann wie zuvor eine Radfahrerin durch den Tunnel rollen. Dem Herdentrieb folgend, nähern sich auch ein Taxi und zwei weitere Autos. Doch ein Bahn-Mitarbeiter schließt vor der Motorhaube die Lücke, die Autos müssen vor der Baustellen-Barke wenden und die ausgeschilderte Umleitung über die Breddestraße nehmen. Lkw wiederum werden aufgrund der niedrigen Unterführung in der Breddestraße weiträumig über die B 54 in Herdecke, die Hagener Straße und Weststraße in Hagen sowie über die Oberwengerner Straße in Wetter geführt.

Bewuchs und Wurzeln entfernen

„Wir wollen die Beeinträchtigung so gering wie möglich halten, zumal der Tunnel insgesamt in einem guten Zustand ist“, erklärt der zuständige Bahn-Verantwortliche vor Ort. Das Problem ist der Bewuchs. Efeu, Brombeer-Sträucher und weitere Pflanzen machen Instandsetzungsarbeiten nötig. „Damit die Wurzeln nicht zu sehr auf das Bauwerk drücken und die Auswirkungen der Natur nicht überhand nehmen“, erklärt der Truppführer. Turnusgemäß alle sechs Jahre stehen Überprüfungen solcher Brücken an.

Während sich ein Mitarbeiter bereits mit Astkneifern durch das Buschwerk kämpft, nähert sich sein Bahn-Kollege über einen Hubsteiger dem alten Bauwerk und den so genannten Flügelwänden. „Wir klopfen alles ab, spachteln dann gegebenenfalls Stellen zu und glätten bzw. versiegeln alles ordnungsgemäß“, so der Verantwortliche, der zur Abteilung konstruktiver Ingenieurbau aus Oberhausen gehört. „Früher nannte man das Brückenmeisterei.“

Volmetalbahn im Normaltakt

Nicht zuständig ist das Quartett für die Bahngleise über dem Tunnel. „Das machen die Gleisbauer, das ist eine andere Abteilung, wir kümmern uns nur um den Bewuchs darunter an dem etwa zehn Meter hohen Abhang“, erklärt der Truppführer. Die Volmetalbahn kann während der Sanierungsarbeiten wie gewohnt in Richtung Bahnhof oder auch über den Viadukt in direkter Nachbarschaft rollen.