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Bahn dampft an Wengern vorbei

11.02.2010 | 16:58 Uhr

Am Bahnhof Wengern-Ost wird kein Schaffner mehr die Kelle heben. Der historische Museumszug (heute Ruhrtalbahn), der seit nahezu 30 Jahren auf seiner Fahrt durchs Ruhrtal auch in Wengern Station machte, wird künftig ohne Halt vorbeischnauben.

Bereits im Oktober letzten Jahres hatte die Deutsche Bahn der Ruhrtalbahn als Betreiber der Fahrten mit Dampflok und Schienenbus mitgeteilt, dass es keine Rechtsgrundlage für die Nutzung des kleinen Bahnhofs gebe und ihn sofort stillgelegt. Die Folge: Zum Start der Saison 2010 können Museumszug und Schienenbus in Wengern-Ost keine Fahrgäste mehr aufnehmen oder aussteigen lassen.

Haltepunkt Wengern

hat wichtige Funktion

Alle Proteste der Stadt Wetter waren bislang erfolglos. Im neuen Fahrplan ist Wengern-Ost schon nicht mehr aufgeführt. Dabei hat der Haltepunkt für die Harkortstadt eine wichtige Funktion in Sachen Naherholung und Freizeittourismus. Fast 40 000 Fahrgäste nutzen jedes Jahr zwischen April und Oktober die Ruhrtalbahn, die zwischen dem Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen und dem Hagener Hauptbahnhof verkehrt. Zudem eröffnet der Haltepunkt in Wengern auch Radfahrern auf dem Ruhrtalradweg die Möglichkeit, ein Stück des Weges auf der Schiene weiterzureisen.

Bei einem Ortstermin gestern Vormittag erinnerte Wirtschaftsförderer Rainer Zimmermann daran, dass es „in der Vergangenheit immer mal wieder Schwierigkeiten wegen der Unterführung gegeben” habe, die eine zeitlang ziemlich verdreckt war. „Dies hatte vor drei Jahren auch die Touristik Eisenbahn Ruhrgebiet als Pächter der Haltepunkte und Betreiber des Schienennetzes moniert und kräftig investiert”, so Zimmermann.

Kein Verständnis für

Vorgehen der Bahn

Wildwuchs wurde beseitigt, die einst unwirtliche Unterführung eingezäunt und in einem Kooperationsprojekt von Volkshochschule und Wittener „Wabe” mit Wandmalereien optisch aufgewertet. Dass die Deutsche Bahn nun den Bahnhof stillgelegt hat und trotz intensiven Schriftverkehrs mit allen Beteiligten nicht zu einer Lösung im Sinne der vielen Fahrgäste gefunden hat, stößt bei der Stadtverwaltung auf heftige Kritik. Bürgermeister Frank Hasenberg: „Bei gutem Willen hätte man das hinbekommen. Für diese Vorgehensweise, die Haltestelle sofort aus dem aktuellen Fahrplan zu streichen, habe ich überhaupt kein Verständnis.” Und Pressesprecher Kay Obergfell ergänzt: „Die Ruhrtalbahn hat stets ohne Zwischenfälle hier in Wengern-Ost gehalten. Und einen Vertrag hat es ja schließlich 30 Jahre lang nicht gegeben.”

Elisabeth Semme

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