Aus einer verschwundenen Bank werden zwei

Rosen und ein dickes Dankeschön gab es von Marianne Langer (Zweite von links) für Uschi Zankl, die den Anwohnern der Harkortstraße 20 und 20a eine Bank schenkte. Deren Gartenbank war gestohlen und kurz darauf am Harkortberg wieder aufgefunden worden. Nun können es sich die Nachbarn auf zwei Bänken gemütlich machen.
Rosen und ein dickes Dankeschön gab es von Marianne Langer (Zweite von links) für Uschi Zankl, die den Anwohnern der Harkortstraße 20 und 20a eine Bank schenkte. Deren Gartenbank war gestohlen und kurz darauf am Harkortberg wieder aufgefunden worden. Nun können es sich die Nachbarn auf zwei Bänken gemütlich machen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Anwohnern der Harkortstraße in Wetter wurde eine Gartenbank gestohlen. Die Herdeckerin Uschi Zankl sorgte für Ersatz.

Wetter/Herdecke..  „Ich bin richtig zufrieden“, strahlt Margarete Langer im Kreis ihrer Nachbarn. Das kann sie auch sein; denn schließlich ist es ihr Verdienst, dass in der ­Harkort­straße 20 und 20a die Welt wieder in Ordnung ist. Nicht nur die unlängst gestohlene Bank steht wieder an ihrem angestammten Platz im Garten der Wohnstätten-Häuser, sondern sogar noch eine weitere Bank. Gespendet von der Herdeckerin Uschi Zankl, die in unserer Zeitung von dem Bank-Diebstahl gelesen hatte.

Doch der Reihe nach: In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni war sie plötzlich verschwunden, die Gartenbank, die schon seit vielen Jahren besonders für ältere und kranke Mitbewohner ein beliebter Treffpunkt ist.

Chance für ein Schwätzchen

„Besagte Bank bot die Chance für ein Schwätzchen mit anderen für eben jene, die woanders nicht mehr hin können“, weiß Anwohnerin Margarete Langer. Empört wandte sie sich an unsere Lokalredaktion und schilderte die Situation. In einem „Guten Morgen“ veröffentlichten wir, was geschehen war. Verbunden mit der kleinen Hoffnung, dass vielleicht irgendwo ein Leser eine Bank zu viel in seinem Garten hatte. Und tatsächlich: Uschi Zankl vom Herdecker Herrentisch las das Guten Morgen und war sich mit ihrem Mann sofort einig: Die Wetteraner bekommen eine von unseren Bänken.

Interessanterweise las auch Nachbarin Margret Garthe aus der Oststraße vom Verschwinden der Bank und stutzte; denn am Vorabend hatte sie beobachtet, wie Jugendliche sich mit einer Bank abschleppten und diese offensichtlich Richtung Harkortberg trugen. Nach der Zeitungslektüre nahm sie Kontakt zu den Nachbarn aus der Harkortstraße auf. „Ernst Hellmann ist dann losgezogen, um sie zu suchen. Und am Ehrenmal hat er sie entdeckt“, erzählt Margarete Langer. Schnell war der Kontakt zur Wohnstättengenossenschaft als Eigentümer der Häuser hergestellt, die mittlerweile dafür gesorgt hat, dass die vermisste Bank wieder an ihrem alten Platz steht.

Dort hatten sich gestern Nachmittag etliche Nachbarn auf Einladung von Margarete Langer bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen versammelt, um die neue Bank aus Herdecke gebührend in Empfang zu nehmen. Und die Spenderin selbstverständlich auch. „Seit dem Zuzug von Margarete Langer hat sich hier vieles positiv entwickelt“, sagt Nachbarin Elke Bonhoff. „Sie holt die Leute aus dem Haus.“

Margarete Langer winkt zwar bescheiden ab, bestätigt aber, ein Gemeinschafts- und auch ein Vereinsmensch zu sein. Aber auch Peter und Christel Kubeth kümmern sich um die Gemeinschaft und um den Vorgarten. „Das ist meiner“, sagt die Wetteranerin. „Den habe ich bepflanzt, und ich pflege ihn auch. Nicht weil ich muss, sondern weil ich es gerne tue.“

Ein Strauß Rosen als Dank

Inzwischen sind Eugen Schlauch vom gleichnamigen Transportunternehmen und Arndt Rölz von der Wohnstätte mit einem Transporter vorgefahren: Pünktlich zur Kaffeezeit bringen sie die zusätzliche Sitzgelegenheit an der Harkortstraße ankamen. Da staunen die Nachbarn nicht schlecht über die zusätzliche Sitzgelegenheit, die außerdem sehr robust ist. „Mein Mann und mein Vater haben sie selbst gebaut, die ist aus Edelstahl und rostet nicht“, versichert Uschi Zankl. Wie gut ihre Bank am neuen Standort angenommen wird, davon konnte sie sich direkt überzeugen. Und neben dem Dankeschön aller Anwohner, einer Tasse Kaffee, Kuchen und einem Eis gab es für sie auch noch einen Strauß Rosen.