Auffangklasse für Herdecker Flüchtlingskinder

Wie hier in der Erich-Fried-Schule  in Gladbeck sollen auch in Herdecke Flüchtlinge zunächst in einer Auffangklasse gemeinsam lernen.
Wie hier in der Erich-Fried-Schule in Gladbeck sollen auch in Herdecke Flüchtlinge zunächst in einer Auffangklasse gemeinsam lernen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Herdecker Realschule, das Gymnasium und die Werner-Richard-Grundschule haben einen Antrag auf Einrichtung einer Auffangklasse gestellt. Darin sollen Flüchtlingskinder gemeinsam unterrichtet werden.

Herdecke..  Die Zahl der Flüchtlinge in Herdecke hat zugenommen und damit auch die Zahl der Kinder, die zur Schule gehen müssen und mitunter kein einziges Wort Deutsch sprechen können. Nun wollen Realschule, Gymnasium und Werner-Richard-Grundschule versuchen, doch eine so genannte „Auffangklasse“ einzurichten. Ein entsprechender Antrag an die Bezirksregierung ist gestellt.

Bisher sah es so aus, als wenn die Zahl der Schüler für eine solche Klasse in Herdecke nicht erreicht würde. 15 Jungen und Mädchen sollten es wenigstens sein, die auf diese Weise möglichst schnell den sprachlichen Anschluss an ihre Klassenkameraden finden sollen. Nun könnten auch weniger als 15 Kinder für die Bildung einer solchen Klasse und die Bezahlung einer entsprechenden Lehrkraft reichen. Allerdings könnte es immer noch sein, dass der Bedarf in anderen Städten größer ist als in Herdecke.

„Bereits heute ist insbesondere die Realschule am Rande ihrer Möglichkeiten“, stellt Andreas Disselnkötter fest. Er ist Mitglied im Arbeitskreis Sprachförderung, der sich in Herdecke zur Unterstützung von Kindern ohne deutsche Sprachkenntnisse gegründet hat. Aus Sicht von Disselnkötter müsse es gelingen, „über die Maßnahmen des Landes eine Sprachförderung der Flüchtlingskinder dauerhaft sicherzustellen.“

Bislang waren die Herdecker bei der Organisation und Bezahlung von Förderkursen weitgehend auf sich selbst gestellt. Gerade erst sind bei der Bürgerstiftung Herdecke zusammen 2000 Euro Spenden für diesen Zweck eingegangen. Doch diese Art der Förderung stößt an Grenzen. Zum einen reicht sie immer nur für ein paar Monate und nicht für einen längeren Zeitraum. Und auch die organisatorischen Aufgaben sind immer umfangreicher geworden. Je mehr Kinder betreut werden, desto mehr Stundenpläne müssen miteinander koordiniert werden, damit der Lernverlust für die Flüchtlingskinder möglichst gering ausfällt.

Lehrerin noch nicht bezahlt

Bis zu den Sommerferien ist die Finanzierung der Sprachförderung gesichert. Und auch zum Unterrichten hat sich jemand gefunden. An der Uni Dortmund gibt es eine Facebook-Gruppe von Studenten, die Deutsch als Fremdsprache lehren möchten. Die bisherige Honorarkraft sollte auch aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepaktes durch das JobCenter bezahlt werden. Von Oktober bis Mitte März war bis auf einen Abschlag kein Cent bei ihr angekommen.

Das Problem soll gelöst sein, so der Kreis, der sich auf Bitten der Herdecker eingeschaltet hat.