Auf Stärken konzentrieren

Wetter..  Die für den 20. Juni angekündigte Schließung von C&A im Ruhrtal-Center hat bei Lesern und Nutzern des sozialen Mediums Facebook unterschiedlichste Reaktionen hervorgerufen. Während manche als Gegner von Einkaufszentren sich in ihrer Meinung bestätigt sehen und dem Center nie eine Chance gaben, bedauern andere, dass mit dem Bekleidungsgeschäft das Angebot in Wetter nun wieder schrumpfen wird.

Fatih Kurukafa schreibt: „Das Ruhrtalcenter war bereits von Anfang an zum Scheitern verurteilt, da es den ganzen Einzelhandel in der Kaiserstraße wie z.B. Gassmann ruiniert hat. Die Kaiserstraße ist dadurch komplett leer geräumt. Nun machen auch die Einzelhändler im Ruhrtalcenter nicht mehr weiter aufgrund zu wenig Umsatz und zu hoher Miete. Ich glaube, auch Cruse Fashion in der Kaiserstraße hat langfristig keine Perspektive in Wetter.“

Facebook-Nutzer Si Milli meint: „Wenn C&A geht, wird das ein echter Verlust für Wetter sein, denn ansonsten gibt es ja nur Angebote der noch billigeren und qualitativ oft schlechteren Sorte im Center. Ich habe das Ruhrtal-Center bisher als echte Aufwertung für Wetter empfunden. Aber nun, nach der Schließung der Boutique und dem drohenden Auszug von C&A, habe ich die Sorge, dass sich das Ruhrtal-Center zu einer Ramschladen-Oase nach Hagener Vorbild (z.B. Schwenke-Center) entwickelt.“ „Das ist sehr traurig, dass immer mehr Geschäfte in der Galerie schließen“, schreibt Facebook-Nutzer HeiKEKiebER. „Die Wetteraner beschweren sich immer, dass es nicht genug Geschäfte gibt, aber scheinbar werden die wenigen auch nicht genügend von den Wetteranern unterstützt.“

H&M für die Jüngeren

Auch Einzelhändlerin Ute Herzog hat ihre Meinung auf Facebook gepostet: „Das ist keine gute Nachricht. C&A in einer Stadt mit der Größenordnung von Wetter war wahrscheinlich ein Versuch, wie weit die Expansion noch gehen kann. Das sollte nun allen Städteplanern zu denken geben.

Kaufkraft ist nur einmal vorhanden und kann durch Erweiterung der Verkaufsflächen nicht erhöht werden. Konzentration auf die Stärken und das Machbare in einer Stadt ist für die Zukunft entscheidend!“ Nutzerin Melissa He ist davon überzeugt, dass „mehr anziehende Geschäfte wie H&M, Mister Lady oder New Yorker“ auch die Jüngeren anziehen würden.

Und Andreas Bolte schreibt: „Das sind schlechte Nachrichten. Letztendlich rächt sich aber die einseitige Ausrichtung auf die vermeintlich konsumfreudige Zielgruppe. Im Center findet ein Mann so gut wie keine ordentlichen Klamotten fürs Büro, und bei Cruse gibt es entsprechende Kleidung auch nur in der hintersten letzten Ecke in kleiner Menge mit einer Größenauswahl, die auch gleich klarmacht, wer als Kunde erwünscht ist. Wenn man ganze Käuferschichten ignoriert, bringen die halt das Geld woanders hin.“

Vergleiche hinken

Auch auf dem Internetportal Der Westen kommentierten Leser den Bericht, so etwa ein Leser, der sich „Hoema“ nennt. Er schreibt: „Eine schnelle Neuvermietung würde Wetter sicher gut tun. Vergleiche mit anderen Standorten wie Nordhorn hinken sehr oft.

Die Aussage von Frau Wenke, dass die Mieten sehr hoch im Ruhrtal-Center seien, macht schon etwas nervös, wenn man an neue Mieter denkt. Denn da kommt dann ja nur noch eine reduzierte, bestimmte, zahlungskräftige Klientel in Frage. Man wird das ganze hellwach beobachten und schnell handeln müssen.“