Auf Rosenkrieg mit Teppichmesser folgt Versöhnung

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Was wir bereits wissen
Auf Gewalt in der Wohnung folgte ein harmonischer Auftritt am Amtsgericht: Bei einem Paar flogen im April nicht nur die Fetzen, sondern auch Sachen wie ein Teppichmesser. Danach versöhnten sich die beiden aber, dennoch muss der 31-Jährige eine Strafe zahlen.

Wetter..  Im Zuge eines heftigen Streits zwischen Liebenden flogen in einer Wohnung in Wetter offenbar nicht nur die Fetzen, sondern auch ein Teppichmesser mit ausgefahrener Klinge. Jetzt fand der Rosenkrieg vor dem hiesigen Amtsgericht ein Ende. Im Angesicht der Justiz präsentierte sich das Paar plötzlich sehr einig.

Was dem 31-Jährigen vorgeworfen wurde, klang schon recht brutal. Am Abend des 1. April soll er seiner Freundin erst auf den Kopf geschlagen und sie gewürgt, dann das ausgefahrene Teppichmesser in ihre Richtung geworfen und sie zum Glück verfehlt haben. Die junge Frau erstattete Anzeige. Ihr Hals wies in dem Zusammenhang verräterische rote Striemen auf.

Ein halbes Jahr später stand der vermeintliche Angreifer jetzt vor Gericht. Zwischenzeitlich hatte sich jedoch einiges getan: Das Paar hat sich versöhnt, lebt nun in einer gemeinsamen Wohnung im Ruhrgebiet und hat sich auch in geschäftlicher Hinsicht zusammengetan. In trauter Zweisamkeit erschienen beide vor dem Richter. Hier schilderte der 31-Jährige seine Version der Ereignisse und die Hintergründe. Ihre Freundin, die sich zum Besuch anmeldete und einfach zwei fremde Männer mitbrachte, sorgte für Streit zwischen den Liebenden. Voller Wut habe er die Wohnung verlassen und sich heillos betrunken. Erst am nächsten Abend sei er zurückgekehrt.

Fetzen und Sachen folgen

Nun habe sie geargwöhnt, dass er sich mit fremden Frauen herumgetrieben haben könnte. „Es kam zum Streit. Sie hat mit meinen Sachen geworfen – auch mit meinem Werkzeug. Da habe ich auch etwas geworfen, damit sie aufhört. Ob das Messer ausgefahren war, das weiß ich nicht. Ich habe es extra in die Luft geworfen, damit sie nicht getroffen wird.“ Sicherlich hätten sie sich bei dieser Gelegenheit auch gegenseitig beleidigt. Aber geschlagen oder gewürgt habe er sie keinesfalls.

Die Frau trat in den Zeugenstand und bestätigte die Version des Angeklagten im Wesentlichen. Allerdings konnte sie nicht erklären, wie es zu den roten Striemen an ihrem Hals kam. Da das ja auch schon einige Zeit her sei, könne sie sich nicht mehr erinnern. Jedenfalls habe sie kein Interesse mehr an der Bestrafung ihres Freundes.

Ob dieser demonstrativen Harmonie machte das Gericht kurzen Prozess und stellte das Verfahren vorläufig ein. Allerdings mit einer Auflage: Der 31-Jährige muss 500 Euro zu Gunsten der Arbeitsgemeinschaft für Behinderte zahlen.