Auf dem Friedhof am Kirchender Dorfweg wird gefeiert

Zum 150. Geburtstag der Begräbnisstätte hat sich die Kirchengemeinde in Ende mit der Friedholfskultur beschäftigt. Im Bild Gemeindesekretärin Carola Brinkmann und Pfarrer i.R. Karl-Heinz Schanzmann.
Zum 150. Geburtstag der Begräbnisstätte hat sich die Kirchengemeinde in Ende mit der Friedholfskultur beschäftigt. Im Bild Gemeindesekretärin Carola Brinkmann und Pfarrer i.R. Karl-Heinz Schanzmann.
Foto: Karola Schröter
Was wir bereits wissen
Begräbnisplatz seit 150 Jahren: Die Kirchengemeinde in Ende hat zum Jubiläum Gesprächsmöglichkeiten über die Begleitung Sterbender angeboten.

Ende..  Es war eine besondere, aber auch eine gelungene Premiere gestern in der Ender Kirchengemeinde: Zum ersten Mal gab es einen „Tag des Friedhofs“. Anlass war das 150-jährige Bestehens der Ruhestätte am Kirchender Dorfweg.

Viele Besucher hatten den Weg zu den Grabstätten gefunden; anfänglich noch mit gemischten Gefühlen, wie Pfarrerin Dörte Godejohann berichtet: „Im Laufe des Tages haben alle gemerkt, dass so ein Fest an einem Friedhof kein Widerspruch ist. Ich erlebe die Stimmung hier als fröhlich, aber dennoch besinnlich.“ 6000 Grabstellen existieren auf dem 54 000 Quadratmeter großen Gelände – 50 000 davon sind belegbar.

Immer mehr Urnenbestattungen

140 Beerdigungen finden pro Jahr auf dem Friedhof statt, und zwar mit einem gewissen Trend. Karl-Heinz Schanzmann, Pfarrer i. R..: „Fast die Hälfte davon sind inzwischen Urnenbestattungen.“ Nicht nur evangelische Christen dürfen dort beerdigt werden. „Egal, wer an was und wie glaubt, wir machen keinen Unterschied - egal ob Katholik oder Moslem“, sagt Pfarrerin Godejohann. Allerdings gebe es keinen extra abgesonderten und speziell ausgerichteten Platz für muslimische Verstobene, wie es bei diesen vorgeschrieben ist.

Besonderer Wert werde auf die Platzierung und unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten gelegt. Dass das Ganze einem Park gleicht, sei Absicht, wie Karl-Heinz Schanzmann betont: „Viele nutzen die Ruhe hier auch für einen gemütlichen Spaziergang.“ Ein Teil des Friedhofs, der kleine Eichenwald, sei zwar schwierig wegen des Schattens und der Äste, die die Bäume (ab)werfen, aber er sorgt für ein spezielles Ambiente.

Informationen rund um den Friedhof gab es außerdem an den Ständen der Friedhofsverwaltung, bei Bestattern, Gärtnern, Steinmetzen und Floristen, der Hospizarbeit und der Trauerbegleitung. Thematisiert wurde an diesem Tag das Thema „Begleitung Sterbender“. Dazu hatten Karl-Heinz Schanzmann und Dörte Godejohann dazu zur Podiumsdiskussion eingeladen. Als Redner begrüßt werden konnten Krankenschwester und Koordinatorin Marita Schulz (Ambulanter Hospizdienst von der Diakonie Mark-Ruhr), Koordinatorin Marly (Ambulantes Hospiz „Olibanum“), Dr. Karla Caspers (Fachärztin für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin) sowie Dr. Dieter Jaencker (Vorsitzender des Fördervereins „Hagen Hospiz“).

Herzenssache Sterbebegleitung

Der ehemalige Pfarrer Jaencker erklärte, dass keine Diskussion über das Hospiz an sich stattfinden solle und man hier nicht als Konkurrenten stehe, sondern gemeinsam für die eine „Sache“: „Es geht darum deutlich zu machen, welche unterschiedlichen Institutionen es gibt mit deren jeweiligen Ansätzen. Alle die hier stehen, für die ist die Begleitung Sterbender eine Herzensangelegenheit.“

Nach der Vorstellungsrunde machten alle deutlich, wie wichtig und bedeutend nicht nur die Palliativmedizin, sondern vor allem auch die Pflege ist. Gemeint ist in erster Linie auch die Möglichkeit, Schwerstkranke in ihrem Zuhause sterben zu lassen, wenn sie das wünschen und die Angehörigen dabei zu unterstützen. Dieter Jaenckner: „Jeder Mensch soll leben können bis zum letzten Tag.“