Auch Verteidiger setzt auf eine Bewährungsstrafe

Wetter..  Nach fünf Jahren Wartezeit geht nun der Prozess gegen einen Volmarsteiner in die letzte Runde. Der umfassend geständige Mann hatte zugegeben, einem polnischen Zigarettenschmuggler eine Lagerhalle zur Verfügung gestellt zu haben (wir berichteten). Mit diesem „Dienst“ hat er einen wichtigen Tatbeitrag geleistet, fand die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer.

Die Chancen stehen gut, dass die Angelegenheit für den Volmarsteiner heute ein versöhnliches Ende finden wird. Die Staatsanwältin hat zwei Jahre mit Bewährung beantragt. Der Mann hat sich ihrer Meinung der Beihilfe zum Zigarettenschmuggel schuldig gemacht. In 2010 hatte er eine Lagerhalle in Hagen angemietet, um einem polnischen Bekannten einen Gefallen zu tun. Der hatte sich als Lebensmittelhändler ausgegeben, der dringend ein Lager in Deutschland benötigte. Zunächst hat der Angeklagte nichts von dem wahren Vorhaben des mittlerweile verurteilten Polen geahnt. Das sah auch die Staatsanwältin so. Aber spätestens mit der ersten Lieferung, die in einem Tanklastzug anrollte, muss der Angeklagte die Wahrheit erkannt haben: „Als der Tanklaster kam, muss Ihnen klar gewesen sein, dass da keine Lebensmittel drin sind. Und es war Ihnen auch klar, dass es sich um illegale Zigaretten handelte“, war sie überzeugt. Ab diesem Punkt hätte der bisher völlig unbescholtene Mann aussteigen können und müssen.

Aber er blieb dabei und kassierte bei jeder Lieferung 500 Euro für seine Hilfe. Geld, das er sogar noch mit dem eigentlichen Besitzer der Halle teilen musste. „Da hat man Sie billig abgespeist“, meinte die Staatsanwältin. Und das für einen recht bedeutenden Dienst, den der Mann für das ganze Unternehmen geleistet hatte. „Ihr Tatbeitrag ist höher einzuschätzen als der der Helfer. Der Schmuggler war auf Sie angewiesen. Ohne Sie hätte er die Tat nicht begehen können“, führte sie weiter aus und unterstrich dabei die hohe Professionalität und Kriminalität, die alle Beteiligten an den Tag gelegt hatten. Neben der zweijährigen Bewährungsstrafe beantragte sie eine Bewährungsauflage von 1600 Euro, denn: „Es ist angemessen, dass Sie auch einen Beitrag leisten.“

Verteidiger Dr. Martin Müller schloss sich im Großen und Ganzen der Staatsanwältin an. Er bat das Gericht, zu prüfen, ob ein minderschwerer Fall vorliegt und beantragte, die zwei Jahre nicht zu überschreiten. Das Urteil soll am heutigen Donnerstag fallen.