Architektur am Ruhrufer in Herdecke gefällt nicht jedem

So sollen die Häuser
So sollen die Häuser
Foto: SWF
Was wir bereits wissen
Die CDU lud Herdecker ein, sich über den Stand der Bebauung auf dem Westfalia-Gelände zu informieren. Derweil gibt es Kritik an der Architektur.

Herdecke..  Noch steht kein einziges Haus auf dem Westfalia-Gelände in Herdecke, doch im Internet und kürzlich im Bauausschuss gibt es bereits kritische Stimmen zu den architektonischen Entwürfen dort. Die CDU wollte nun mit einer Baustellenbesichtigung, zu der kürzlich mehr als 50 Neugierige kamen, über den aktuellen Stand auf dem großen Neubaugebiet am Viadukt informieren. Das übernahm Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster für die Stadt, zudem beantworteten Vertreter der Investoren NCC und SWF Fragen zu ihren Plänen. Dabei war auch Lucia Dittmar aus Herdecke, die mit ihrem Mann mittendrin zwei Häuser bauen will.

Vom Grundstückseigentümer GEA war niemand vor Ort; auf Nachfrage der Redaktion sagte ein Mitarbeiter, dass bis auf drei alle Grundstücke vergeben seien und die ersten Kellerausschachtungsarbeiten begonnen haben.

Das sagt die Stadt

Strauss-Köster geht davon aus, dass ab 2016 auf dem Gelände zwischen 450 und 570 Bürger in den verschiedenen Haustypen wohnen. „Ich glaube, dass wir hier in Sachen jung und alt eine gute Mischung hinbekommen“, so die Bürgermeisterin. Während sich am Ruhrufer wohl eher Ältere ansiedeln dürften und die freistehenden Einfamilienhäuser wohl eher für Zahlungskräftige in Betracht kommen, dürfte der mittlere und obere Teil mit Doppel- und Reihenhäusern für Familien interessant sein. „In den Entwürfen sind fast immer zwei Kinderzimmer vorgesehen“, erklärt Strauss-Köster auch mit Blick auf den großen Spielplatz mitten im Gelände.

Das sagt der Investor NCC

Der schwedische Bau- und Immobilienkonzern Nordic Construction Company (NCC) ist mit 70 Prozent der größte Anteilseigner. Laut Projektleiterin Corinna Tiggelman seien alle 20 Doppelhaushälften bereits vergeben, in den 18 Reihenhäusern seien noch Wohnungen frei. In den vier Mehrfamilienhäusern seien drei Viertel der insgesamt 28 Eigentumswohnungen verkauft. Der Durchschnittspreise liege bei 320 000 Euro, ab Sommer 2016 erfolgen die Einzüge „Schlag auf Schlag. Die meisten Anfragen erhalten wir aus Herdecke, Hagen und Dortmund.“ Angesprochen auf die Kritik an der Optik, entgegnet Tiggelman, dass sich NCC farblich an Sandstein-Tönen orientiert habe. „Wir als Bauträger setzen auf schöne und zweckmäßige Häuser, die zum Gesamtkonzept passen. Zudem muss es wirtschaftlich darstellbar sein.“

Das sagt der Investor SWF

Der erste Bauabschnitt hat für den SWF-Projektbau aus Dinslaken bereits begonnen, 14 Einheiten könnten nach 14 Monaten Bauzeit im Frühsommer 2016 bezugsfertig sein, wobei die Gründungsarbeiten recht aufwändig waren. 70 Prozent der 32 Eigentumswohnungen im Uferviertel direkt neben dem Seniorenheim seien schon verkauft. Ersatzweise werden diese vermietet. „Wir haben viele Anfragen aus Hagen erhalten, die meisten Interessenten sind 60 Jahre und älter“, berichtet Georg Spitzer. Der Geschäftsführer sagt, dass für das zweite SWF-Haus (18 Einheiten) mit dem GVS Verhandlungen über betreutes Wohnen angedacht sind. Das ließe sich im Erfolgsfall ab Ende 2016 anbieten.

„Aufgrund der besonders gefragten Lage an der Ruhr und der Nähe zur Innenstadt hätten wir viele der Wohnungen auch zwei oder drei Mal verkaufen können“, ergänzt Thomas Kolkmann, Geschäftsführer der TK-Finanzgruppe aus Beckum, die für SWF die Beratung und den Verkauf organisiert.