Anruf bei der Polizei hätte Verfahren überflüssig gemacht

Foto: Kurt
Geldstrafe und Fahrverbot für Unfallflucht nach Beschädigung eines abgestellten Wagens. Und das trotz vieler Bemühungen

Wetter..  Nachdem ein 59-jähriger Mann aus Wetter mit seinem Auto ein anderes Fahrzeug beschädigte, versuchte er alles, den Halter des anderen Wagens ausfindig zu machen. Nur auf das, was in dieser Situation am nächsten gelegen hätte, kam er nicht. Er versäumte es, die Polizei zu informieren. Das brachte ihm jetzt ein Verfahren wegen Unfallflucht vor dem hiesigen Amtsgericht ein.

In knapp sechs Lebensjahrzehnten geriet der Wetteraner nie mit dem Gesetz in Konflikt und ließ sich auch im Straßenverkehr nichts zu Schulden kommen. Umso härter trafen ihn die Ereignisse des 8. November. Kurz vor Mitternacht touchierte er mit seinem Pkw den fremden Wagen auf der Schöntaler Straße. An dem anderen Wagen entstand ein Schaden von über 5000 Euro. Völlig außer sich lief der 59-Jährige eine halbe Stunde hin und her, konnte keinen klaren Gedanken fassen und wartete vergeblich darauf, dass der Besitzer vielleicht auftauchen würde. Irgendwann fuhr er dann heimwärts, ließ seine Frau Zettel mit seinen Kontaktdaten schreiben, fuhr zurück und klemmte ihn hinter den Scheibenwischer des beschädigten Autos. Am nächsten Morgen fuhr er erneut zum Unfallort und sah, dass der Zettel noch dort steckte. Also begab er sich auf die Suche nach dem Halter, klingelte an Türen, erhielt schließlich den entscheidenden Hinweis, schellte auch dort und musste feststellen, dass der Mann nicht zuhause war. Wieder fuhr er weg, um es abends erneut versuchen zu wollen. Die Polizei kam ihm jedoch zuvor, da der Unfallgegner erst den Schaden entdeckte und später den Zettel. Um damit hatte der Wetteraner, der an sich nur alles richtig machen wollte, ein Problem: Ihm wurde unerlaubtes Entfernen vom Unfallort zur Last gelegt. Sein Führerschein wurde sofort eingezogen.

Vor Gericht beteuerte der 59-Jährige jetzt glaubhaft, dass ganz gewiss kein Alkohol im Spiel gewesen sei. In der Situation habe er einfach nicht daran gedacht, die Polizei zu verständigen. „Das ist richtiggehend dumm gelaufen. Sie hätten nur die Polizei rufen müssen, dann hätte es dieses Verfahren nie gegeben“, brachte es Richter Heinz-Dieter Beckmann auf den Punkt. Ein Urteil konnte er dem Wetteraner dennoch nicht ersparen: 20 Tagessätze à 60 Euro Geldstrafe, die obligatorischen 35 Euro Geldbuße und drei Monate Fahrverbot, die allerdings bereits abgegolten waren. Noch im Gerichtssaal erhielt der 59-Jährige seinen Führerschein zurück.

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