Angeklagter gibt Messerattacke als Unfall aus

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Was wir bereits wissen
Ein 35-jähriger Mann aus Wetter rastet im Alkoholrausch aus. Nun wurde er zu acht Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Wetter..  Mit reichlich Alkohol im Blut wurde ein 35-jähriger Mann aus Wetter für seine Umgebung zum unkalkulierbaren Risiko. Er griff einen Bekannten mit einem Messer an und versuchte, sich mit der Polizei anzulegen. Seine Attacken im „Suff“ hatten jetzt ein Nachspiel vor dem hiesigen Amtsgericht.

Seine bedingungslose Gastfreundschaft sollte ein 58-jähriger Wetteraner dringend auf den Prüfstand stellen. Er gewährte dem alkoholsüchtigen Angeklagten Unterschlupf. In den frühen Morgenstunden des 21. September gerieten er und sein Gast aneinander. Offenbar ging es um eine Frau. Sein reichlich alkoholisierter Gegner rastete aus. Plötzlich hatte der 35-Jährige ein Messer in der Hand und stach damit auf den Arm des Älteren ein. Dessen Verletzung musste später genäht werden. Dennoch vertrugen sich die Streithähne anschließend wieder und der Frieden währte sogar einige Monate.

Gastgeber „versehentlich“ getroffen

Dann allerdings, in der Nacht auf den 28. Februar, wollte der Wetteraner seinen Dauergast loswerden. Der wollte jedoch nicht gehen, war wieder alkoholisiert und auf Krawall aus. Sein Gastgeber rief die Polizei, und die rückte an, um den „Ungebetenen“ aus der Wohnung zu schaffen. Der 35-Jährige leistete jedoch erbitterte Gegenwehr und ging später im Streifenwagen so weit, einer Beamtin ins Gesicht zu spucken.

Zur Abwechslung im nüchternen Zustand saß der wehrhafte Wetteraner jetzt auf der Anklagebank. Den Angriff mit dem Messer versuchte er als Unfall zu deklarieren. Er habe in der Küche gestanden und Wurst geschnitten, sein Gastgeber sei dazugekommen, er habe sich erschreckt und sich umgedreht, dabei habe er den Mann versehentlich mit dem Messer getroffen. „Ich habe das nicht absichtlich gemacht“, beteuerte er, „ich stand selbst unter Schock.“ Was die Aktion mit der Polizei betreffe, so könne er sich an nichts erinnern. „Ich bin damals in der Psychiatrie wieder wach geworden.“

Das Opfer der Messerattacke wollte von einem Versehen nichts wissen. Der Angeklagte habe zugestochen und sich danach bei ihm entschuldigt, erinnerte sich der 58-Jährige im Zeugenstand. Und auch die betroffenen Polizisten konnten das spätere Zusammentreffen mit dem Angeklagten in allen Einzelheiten schildern.

Das Gericht hatte keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugen und verurteilte den Wetteraner zu acht Monaten Haft auf Bewährung inklusive 100 Sozialstunden. Richter Heinz-Dieter Beckmann kam in der Urteilsbegründung sofort auf den Punkt: „Offenbar greifen Sie alkoholisiert schnell zum Messer. Das muss aufhören. Das hätte ganz anders enden können.“