Amprion-Veranstaltung im Gymnasium irritiert Politiker

Herdecke..  Die Firma Amprion lädt zu Bürgerinfomärkten ein. Anlass ist das Planfeststellungsverfahren für den ca. 10,5 Kilometer langen Abschnitt der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung (von Kruckel-Garenfeld über Herdecke) des Dortmunder Netzbetreibers, das voraussichtlich im Frühsommer beantragt wird.

Bereits vor diesem formellen Genehmigungsverfahren möchte Amprion durch Informations- und Dialogangebote für die Träger öffentlicher Belange auch die Bürger einbinden. Daher wird es auch in Herdecke eine Info-Veranstaltung geben. Am Dienstag, 16. Juni, in der Zeit von 17 bis 20 Uhr werden Firmen-Vertreter in der Friedrich-Harkort-Schule zu Gast sein, die Planungen erläutern und für Fragen zur Verfügung stehen. In der Nachbarstadt Hagen gibt es am Donnerstag, 25. Juni, im Kanu-Club Hagen (Seestraße 2b) ebenfalls eine Informationsveranstaltung.

Pläne werden öffentlich ausgelegt

Darüber hinaus erfolgt gemäß der Bezirksregierung Arnsberg die öffentliche Auslegung der Planunterlagen zeitgleich in den Städten Dortmund, Hagen, Herdecke und Witten ab Dienstag, 28. Juli, für die Dauer eines Monats. Zeit und Ort werden vor der Auslegung ortsüblich bekannt gemacht, teilte die Stadt Herdecke gestern mit.

Die musste sich aber jüngst im Bauausschuss Kritik gefallen lassen, dass sie Amprion ein städtisches Gebäude für diese „Werbeveranstaltung“ einer Firma (Jens Plümpe von der Fraktion H plus) zur Verfügung stellt. Auch Ulrich Schwellenberg zeigte sich über den Ort verwundert, da Parteien schon mal Probleme hätten, das Gymnasium für ihre Veranstaltungen buchen zu können.

Widerstand gegen Trassenverlauf

Peter Gerigk von den Grünen erinnerte daran, dass die Lokalpolitiker Herdeckes Pläne des Netzbetreibers bereits vor einigen Jahren abgelehnt hatten. „Auch wir sind nach wie vor der Ansicht, dass es nicht die richtige Wahl für diese Trasse ist“, erwiderte Bauamtsleiter Daniel Matißik. Bald werde es eine Stellungnahme der Verwaltung dazu geben, wobei das Planfeststellungsverfahren im Sommer beginnen soll und die Pläne im Zuge der Offenlegung dann gesetzeskonform in den großen Ferien bei der Stadt ausliegen. Nach der Beteiligung und der Intervention der Stadt sollte man dann die Pläne aber erneut ablehnen, meint Gerigk.