Ampeln in Wetter bereiten weiter Probleme

Auch die Ampel an der neuen Ruhrbrücke in Alt-Wetter ist in der Kritik.
Auch die Ampel an der neuen Ruhrbrücke in Alt-Wetter ist in der Kritik.
Foto: WP
Ewig lange Rotphasen, Grün für Fahrspuren, die niemand benutzt – die Ampeln rund um Alt-Wetter sind längst nicht optimal eingestellt. Straßen NRW hat ein Gutachten erstellen lassen. Doch noch ändert sich nichts.

Wetter..  Wollte man ein Bild bemühen, so müsste es eine rote Ampel sein. Denn seit Jahren tut sich nichts, wenn es um eben diese Lichtzeichenanlagen an den Durchfahrtsstraßen in Wetter geht. Autofahrer stehen nachts um halb drei vor einer roten Ampel auf der Ruhrbrücke, weil die Ausfahrt aus dem Demag-Parkhaus grünes Licht hat. Mama-Taxis mit Schülern und Menschen auf dem Weg zur Arbeit stehen am Morgen auf der Kaiserstraße bis zu den Hallen von Bönnhoff, weil von den Linksabbiegern es immer nur drei in einer Ampelphase auf die neue Ruhrbrücke schaffen.

14-Seiten-Gutachten

Straßen NRW, für die Ampeln auf den Landesstraßen zuständig, hat nun ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Ampelprobleme in Wetter anzugehen. Auf 14 Seiten präsentiert das Ingenieurbüro IGH die „Grüne Welle B226/B234 in Wetter“. Sechs Lagepläne plus jeweils eine Analyse des Signalprogramms an der jeweiligen Kreuzung. Dokumente, die Manfred Sell als städtischer Fachbereichsleiter Planen bei der Vorstellung in der Regionalniederlassung von Straßen NRW in Hagen mit den Worten bei Seite legte: „Wir sind Laien in diesem Thema, vielleicht sollten wir die Probleme zunächst aus unserer Sicht besprechen.“

Probleme, die Diplom-Ingenieur Jürgen Geiger gleich mehrfach mit den Worten „das kann eigentlich nicht sein“ kommentierte. Nicht, dass er die Beobachtungen, die Sell, sein Kollege Frank Schauerte sowie Hauptkommissar Michael Krahn ausführlich darlegten, ins Reich der Fabel verweisen wollte. „Ich glaube ihnen das“, sagte Geiger, aber nachvollziehbar waren viele der Ampel-Geschichten für den Fachmann nicht.

Nach Prognosen berechnet

Die Programme für die Ampeln vor allem an der neuen Ruhrbrücke wurden nach Aussage des Ingenieurs auf der Basis von Prognosen erstellt. Prognosen, die nun aber nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen. „Zu unserer Überraschung passt es überhaupt nicht“, so Jürgen Geiger. Die Grünzeit-Verteilung müsse darum überall angepasst werden.

Nachts soll dabei verkehrsabhängig geschaltet werden, tagsüber soll eine koordinierte Schaltung, also eine Grüne Welle, den Verkehr besser fließen lassen. Eine Programmierung, die eigentlich Standard ist. „Nur was zum Beispiel an der Kreuzung Grundschötteler Straße passiert, da sind wir noch nicht dahinter gekommen“, sagt Jürgen Geiger. „Da müssen wir wohl einmal nachts ‘raus.“

Grundschötteler Straße/ Ruhrstraße

Die Rotphasen dieser Ampel betragen bis zu acht Minuten. Zu lang, befinden alle Beteiligten. Zudem funktioniert der Anforderungskontakt für Linksabbieger nicht immer. Weiterer Kritikpunkt: Dürfen die Linksabbieger fahren, müssen die Fahrzeuge Richtung Ruhrbrücke häufig stehen. Die Fußgängerampeln an dieser Kreuzung sollten nach Willen der Polizei alle mit Anforderungsschaltungen versehen werden. Diese Ampel soll außerdem besser mit der Ampel an der Einmündung zur Oberwengerner Straße koordiniert werden. Auf der Rampe staut sich vor allem zu Stoßzeiten regelmäßig der Verkehr.

Oberwengerner Straße/Rampe von der Grundschötteler Straße

Hier haben Linksabbieger, die aus Richtung Hagen kommend auf die Rampe Richtung Grundschötteler Straße fahren wollen, Glück. Ihre Ampel schaltet nach einer Grünphase nur für wenige Sekunden auf Rot, um dann wieder mit grünem Licht das Abbiegen zuzulassen. „Alle anderen müssen dann warten“, moniert Polizeihauptkommissar Michael Krahn und vermutet einen Wackelkontakt. Auch hier befürworten Stadt und Polizei grünes Licht für Fußgänger nur auf Anforderung. „Die Frequenz von Fußgängern ist dort so gering, dass ein automatische Grünphase keinen Sinn macht“, so Frank Schauerte vom Stadtplanungsamt.

Ruhrstraße/Ausfahrt Demag/Wasserstraße

Diese Ampel schaltet auch nachts einen „vollen Umlauf“. Das heißt, alle Richtungen bekommen nacheinander eine Grünphase. Folge: Wer nachts über die Ruhrbrücke kommt, steht häufig lange vor einer roten Ampel und wartet, ohne dass ein querendes Auto in Sicht ist. Tagsüber ist dagegen die Grünphase für die ausfahrenden Lkw vom Demag-Werksgelände oft so kurz, dass „es nur das Führerhaus bei Grün schafft“, konstatiert Stadtplaner Manfred Sell. Er wünscht sich außerdem an dieser Stelle permanentes Grün für Fußgänger, wenn die Hauptrichtung beim Verkehr ebenfalls Grün hat.

Kaiserstraße/ neue Ruhrbrücke

Hier passt vor allem die Grünphase für die Linksabbieger aus der Kaiserstraße nicht. Statt nur drei bis vier Fahrzeuge sollten mindestens fünf bis sechs in einer Phase auf die Ruhrbrücke biegen können, so der Wunsch der Stadtverwaltung. Diese Ampel müsse auf die Stoßzeiten morgens und nachmittags eingestellt werden. Zudem wünschen sich die Planer ein deutlicheres Signal für den Geradeausverkehr von Witten nach Hagen. „Hier bremsen viele Fahrer ab, weil sie das Rotlicht für die Linksabbieger eher wahrnehmen, als die grüne Ampel für ihre Fahrspur. Hier will man über eine zweite Signalanlage nachdenken.

Neue Ruhrbrücke/ Oberwengerner Straße

Hier haben weder Polizei noch Stadt viel zu meckern. Einziger Vorschlag: Die aus Wengern kommenden Rechtsabbieger sollten nicht so lange auf Grün warten.