Am Himmel über Wetter und Herdecke

Regelmäßig starten Passagiere zum  Rundflug mit der "Tante Ju" über Dortmund, Herdecke und Wetter.
Regelmäßig starten Passagiere zum Rundflug mit der "Tante Ju" über Dortmund, Herdecke und Wetter.
Foto: Günter Lehn
Was wir bereits wissen
Mit einem Rundflug in der Ju 52 ist für Günter Lehn ein Traum in Erfüllung gegangen. Er hat die kurze Reise mit dem historischen Flugzeug an einem Fensterplatz genossen.

Wetter/Dortmund..  Immer, wenn dieses unverwechselbare Motorgeräusch zu hören war, rannte ich früher raus in den Garten, um diesen nostalgischen Flieger aus dem Jahre 1936 zu sehen. Zu meinem runden Geburtstag im vergangenen Dezember bekam ich nun einen Rundflug mit der „Tante Ju“ von meiner Frau Renate geschenkt. Anfang Mai war es soweit. Start ab Flughafen Dortmund, dann eine große Runde Richtung Süden.

Was nehme ich für eine Kamera mit welchem Objektiv mit? Wo setze ich mich hin? Etliche Male hatte ich den geplanten Dreieck-Kurs in Google Earth „abgeflogen“. Dann ging alles ganz schnell…

Vorne rechts fand ich meinen Fensterplatz. Die drei Neun-Zylinder-Sternmotoren mit je 600 PS dröhnen – das ganze Flugzeug vibriert -- und schon sind wir in der Luft. Rechts voraus tauchen dann auch schon die Syburg mit dem Kaiser Wilhelm-Denkmal und der Hengsteysee mit dem Koepchenwerk auf. Kurs auf Vorhalle mit seinem großen Verschiebebahnhof und danach Richtung Wetter. Schön im Grünen eingebettet – ein fantastischer Anblick.

Motoren lassen Flieger vibrieren

180 Grad rund um Wetter und auch ein kurzer Besuch im engen Cockpit ist angesagt. Schon tauchen das ehemalige Opel-Werk und das Ruhrparkcenter auf. Beides Baustellen, wobei ersteres teilweise abgerissen und letzteres erneuert wird. Ein Kreisel um das BVB-Stadion mit Westfalenhallen darf natürlich nicht fehlen und danach schon der Landeanflug auf den Flughafen Dortmund.

Doch womit bin ich da überhaupt geflogen? Mit einer Ju 52 der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung. Gut gewartet und generalüberholt, das beruhigt vor dem Start. Manches Flugmanöver ist für die Piloten noch echte Arbeit ohne Hydraulikunterstützung. So werden die Trimmklappen über eine Art „Lenkrad“ bedient. Der Ölstand wird mit einem Messstab direkt am Motor geprüft und im engen Cockpit gibt es für die beiden Piloten bei einem Kurswechsel Arbeit mit Muskelkraft. Dazu werden sie aber auch extra auf der Ju 52 geschult.

Mein Fazit: Auf alle Fälle für mich hochinteressante, tolle 30 Minuten und ein unvergessliches Erlebnis.