Am Ehrenmal in Wetter fallen die Bäume

Der Wald über dem Ehrenmal wird abgeholzt. Für den Nachwuchs aus der Kita ein spannendes Schauspeil. Am Kindergarten Fröbelhaus bleiben Bäume stehen, die in die Verantwortung des TSE übergehen.
Der Wald über dem Ehrenmal wird abgeholzt. Für den Nachwuchs aus der Kita ein spannendes Schauspeil. Am Kindergarten Fröbelhaus bleiben Bäume stehen, die in die Verantwortung des TSE übergehen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Weil die Roteichen oberhalb des Ehrenmals zu viel Totholz ausbilden, müssen sie nun weichen. Die Stadt kann eine dauerhafte Pflege nicht finanzieren. Im Herbst soll wieder aufgeforstet werden.

Wetter..  An diesem Tag schweigt die Säge, doch hat die riesige Forstmaschine oberhalb des Ehrenmals in Wetter schon ihre Spuren hinterlassen. Von dem kleinen Wäldchen direkt neben dem Fröbelhaus sind nur noch wenige Bäume übrig geblieben. Die meisten werden noch fallen, vor allem rund um das alte Bauwerk. Mit einem so genannten Harvester werden auf der knapp 3000 Quadratmeter großen Fläche die Roteichen gefällt.

Aus Sicherheitsgründen, wie Egbert Feuerstack, beim Stadtbetrieb für die Grünflächen zuständig, erklärt. „Diese Bäume produzieren mehr Totholz als andere“, so der Experte. Diese abgestorbenen Äste einzeln zu entfernen, wäre zu teuer, denn „dazu müssten Baumkletterer beauftragt werden, die jeden Baum einzeln besteigen“, so Feuerstack.

Die Stadt hat rund um das Ehrenmal die Verkehrssicherungspflicht. Das heißt, auch auf der Terrasse, die oberhalb der Gedenkstätte über ein paar Stufen zu erreichen ist, müssen Spaziergänger vor herabfallenden Ästen geschützt sein. „Hier hat sich das Bewusstsein in den vergangenen Jahren verändert“, sieht Feuerstack die Kommune vermehrt in der Pflicht. Zudem würden Verursacher von Schäden auch immer häufiger in Regress genommen. Nicht in allen Fällen könne man den Gefahren vorbeugen, da ist der Stadtmitarbeiter realistisch. „An der Hagener Straße haben sich drei vollkommen gesunde Bäume beim Sturm aus dem aufgeweichten Hang gedreht“, hat er einen ganz aktuellen Fall vor Augen. „So etwas kann man theoretisch vermuten, aber nicht praktisch verhindern.“ Zum Glück sei in diesem Fall nichts passiert.

Anders auf dem Harkortberg. Hier sind es Gefahren, die vorhersehbar und zu verhindern sind. Also wird gesägt. Zur Klippe hin und vor dem ehemaligen Schützenheim sollen allerdings einige Bäume stehen bleiben. „In den Hang zum Harkortsee hin kann ich nicht hinein, das ist zu gefährlich“, sieht Feuerstack auch Grenzen für die Waldpflege.

Stehen bleiben auch die Bäume am Wegesrand zum Ehrenmal hin. Denn die dienen dem Familienzentrum Fröbelhaus als Sonnenschutz. „Nicht nur die Spielfläche hinter unserem Haus wird im Sommer gut verschattet, auch das Gebäude selbst profitiert von diesem natürlichen Sonnenschutz“, sagt die Geschäftsführerin des Trägervereins für soziale Einrichtungen (TSE), Ulrike Lettermann, die gleichzeitig die Leiterin des Fröbelhauses ist. „Müssten wir an den großen Fensterfronten einen Sonnenschutz installieren, würde das sehr teuer“, so die Kita-Leiterin. Und für den großen Sandkasten müsste dann ein Sonnensegel angeschafft werden.

Um diese Kosten zu verhindern, hat sich der TSE mit der Stadt über die Pflege der Bäume vor der Kita verständigt. Der Verein soll die Verkehrssicherungspflicht für diesen Bereich übernehmen, so Egbert Feuerstack. Für Ulrike Lettermann eine praktikable Lösung. „Wir haben sowieso schon einen Baumkletterer, der die großen Bäume auf unserer Fläche regelmäßig kontrolliert.“ Nun müsse in eine Grundpflege investiert und dann die zusätzlichen Bäume mit in die jährliche Kontrolle eingebunden werden. Für den TSE die preiswertere und bessere Lösung.

Holz wird vermarktet

Für den kleinen Kahlschlag und das Wiederaufforsten, was für den Herbst geplant ist, muss die Stadt investieren. Denn die Roteichen, die nun geschlagen werden, hatten noch längst nicht ihre Erntereife erreicht. Das heißt: Das Holz kann zwar vermarktet werden, die Kosten für die Abholzung liegen aber über dem möglichen Erlös.