Alte Bäume sollen nicht sterben
09.02.2012 | 16:34 Uhr 2012-02-09T16:34:00+0100
Wetter.Die 22 großen Platanen rund um den Stadtsaal sollen gefällt werden. So jedenfalls schlägt es die Verwaltung im „Baumkonzept für den Innenstadtbereich“ vor. Abstimmen muss darüber der Umwelt- und Verkehrsausschuss in seiner nächsten Sitzung. Aber schon gestern machten die Grünen mit einer Protestaktion deutlich, dass sie alles tun werden, um die 80 bis 90 Jahre alten Bäume zu retten.
Die stattlichen 22 Platanen an Stadtsaal-Parkplatz und Amtsgericht (Gustav-Vorsteher-Straße) haben weit ausladende Kronen, die teils auch über den Stadtsaal und das Jugendzentrum hinausreichen. „Die Bäume zeigen sich zur Zeit vital und weisen einen guten Pflegezustand auf“, heißt es in dem Beschlussvorschlag der Verwaltung. Aber seit kurzem erweise sich eine Pilzkrankheit als sehr problematisch; denn sie verursache die „Massaria“-Krankheit, die dazu führt, dass sich verstärkt totes Holz bildet. Und weil auch starke Äste innerhalb kurzer Zeit absterben und ausbrechen könnten, seien Schäden an Personen, Fahrzeugen und Gebäuden sehr wahrscheinlich. Deswegen müssten diese Bäume aus Gründen der Verkehrsicherung und des Haftungsrechts mindestens jedes halbe Jahr kontrolliert und betroffene Äste herausgeschnitten werden. Aber das ist teuer. Nun steht der Vorschlag im Raum, die alten Bäume in den nächsten drei bis sieben Jahren zu fällen und durch neue zu ersetzen. Kurzfristig sollen in diesem Jahre bereits drei bis fünf Bäume fallen.
Heftigen Protest dagegen künden die Grünen an. „Die Platanen am Stadtsaal sind Bäume, die den Charakter der Stadt prägen. Wenn nun ein Baumkonzept beschlossen werden soll, dass vorsieht, alle 22 Platanen nach und nach zu fällen und durch Neuanpflanzungen zu ersetzen, ist das für uns nicht nachvollziehbar. Oberstes Ziel muss sein, sie zu erhalten“, fordert Monika Arntzen, Ratsmitglied der Grünen.
Bäume könnten doppelt so alt werden
Die etwa 80 Jahre alten Platanen könnten problemlos das doppelte Alter erreichen; durch die Krankheit seien sie in ihrer Vitalität nicht gefährdet. „Der Stadtbetrieb nimmt die Pilzkrankheit als Anlass, um die Kosten für Kontrolle und Pflege der alten Bäume zu sparen. Die Stadt Witten hat im letzten Jahr für solche Maßnahmen pro Baum und Jahr einen Betrag von 100 Euro errechnet. Auch wenn der Betrag in Wetter höher liegen würde, wären die Kosten immer noch in einem vertretbaren Rahmen“, ist Monika Arntzen überzeugt.
Deshalb fordern die Grünen, dass vor einer Entscheidung alle Fakten auf den Tisch kommen. Jeder einzelne Baum müsse zunächst untersucht werden, und dann müssten die Kosten für die halbjährliche Kontrolle genau beziffert werden.
18:59
Ist ja er einmal auf Eis gelgt die Geschichte. Man kann nur hoffen das externe Gutachter zugezogen werden und auch externe Baumpfleger. Dann wird das auch was vernünftiges.
Kenne da so einige ;-)
18:55
Noch viel interessanter, zum öffentlichen Teil der Sitzung wurden bei fast jeden Punkt die Aktenzeichen gestrichen, es gibt aber eigentlich keinen Vorgang ohne Aktenzeichen. In einer öffentlichen Sitzung ist alles öffentlich/zugänglich ansonsten müßte der Vorgang im Nicht - öffentlichen geheimen Teil behandelt werden. Also müssen auch die Aktenzeichen öffentlich und frei zugänglich sein. Ohne Aktenzeichen keine Zuordnung!!!
Also was soll dass?
17:53
Der Allwissende wieder. Toller Kommentar, ich bin so froh, dass ich die lesen darf und viel davon lernen kann.
10:42
Astsicherungen einbauen und Baumpflegemaßnahmen sind kostenintensiv, eine regelmäßige Kontrolle und Pflege isnsgesamt günstiger.
Was dürfen Bäume kosten?
Würden 15% der Ausgaben der Planungs und Gutachtenkosten die die Stadt tätigt um seit 2008 ein höchst umstrittenes Gewerbegebiet auf die Beine zu stellen ( wir stehen wieder am Anfang der Planungen) ausreichen?
Wie so ist immer Geld da um die Wirtschaft zu befriedigen, aber nie für den z.B Erhalt von Stadtbildprägenden Bäumen?
Oder Geld fürs Allgemeinwohl? Hier wird regelmäßig gekürzt und gestrichen.
Ich habe mit die Einladung zum Umwelt und Verkehrsausschuß durchgelesen, und die anderen Einladungen zu den kommenden Sitzungen. Hier begeht die Verwaltung neuerdings Rechtsbruch!
Die Tagesordnungspunkte der nichtöffentlichen Sitzungen wurden geschwärzt und einiges andere ebenfalls!!!
Die Verwaltung ist aber verpflichtet die Themen der Tagesortnungspunkte nicht öffentlicher Sitzungen stichwortartig bekanntzugeben.
Was ist jetzt in den nicht öffentlichen Teilen der Sitzungen so geheim?
Dass die Verwaltung sich zu diesem Rechtsbruch gezwungen sieht?
20:26
Mal Splanchnonema platani an Platanus acerifolia googleln und denne denken einige sicher anders. Sicher ist es radikal aber wenn ein Kind unter einem dicken Ast liegt ist das Geschrei Riesengroß. Die Krankheit gab es vor 80 Jahren noch nicht und ist in unseren breiten recht neu. Es rechtfertigt allerdings nicht die Fällung. Eine gute Kontrolle und eine gute Baumpflege sind allerdings unabdingbar. Dies ist aber auch recht Kostenintensiv.
19:22
Danke an die Verwaltung!!!
Aber das ist Blödsinn, achtzig Jahre die hälfte Ihres Lebens sind diese Bäume keinem Kind auf dem Kopf gefallen. Was stört wird für krank erklärt, so sieht es aus!
Wo ist denn das Baumgutachten? Das die Bäume zum Tode verurteilt!
Was kostet die Erhaltung der Staubfänger und in großen Maßen Sauerstofferzeuger?
18:34
Wer die Vorlage der Verwaltung liest (das konnten auch die Grünen), erfährt, dass zunächst einmal 3-4 Bäume zur Lichtung gefällt werden müssen. Und wer sich dann die Pappeln anschaut, sieht auch, dass die Bäume sehr eng stehen. Diese Lichtung rettet vielleicht die anderen Bäume. Aber das wird sich dann erst herausstellen. Dieser Weg ist auch Schulweg und muss gesichert werden. Also nicht sofort beim Wort "Baum" auf die Barrikaden gehen (das Foto ist übrigens sensationell. Wie in alten Kampfzeiten der Grünen), sondern reden, überlegen und abwarten.
15:12
Es ist nur sehr seltsam, dass in Wetter überall wo gebaut wird, die alten Bäume weichen müssen. An der Borg, die Baumalle war auf einmal krank und mußte weg!
Dorfplatz im Zuge der Strassenerneuerung sollten die Bäume fallen.
Harkortberg, Platzerneuerung, alte Bäume weg.
Königsstrasse alte Bäume weg. Stadtsaal und bei Penny überall das selbe.
Die Stadt ist anscheinend genauso pleite wie Ihre größte Fraktion. Bäume erhalten und pflegen ist nunmal kostenintensiver wie Abholzen und kleine Bäume neu pflanzen.
Auch die Mittel zur Strassenerhaltung wurden mittlerweile reduziert, trotz des schlechten Zustandes der meisten Wetteraner Strassen.
also die Bäume an der Borg wurde nennen wir es noch positiv stümperhaft gepflegt (Vor ca. 10Jahren). Dann kommen die Tiefbauer mit ihren "kleinen" 18to Bagger und reissen die Wurzeln kaputt. Alles in allem sind die Bäume nicht mehr krank sondern tot gewesen. Grund dafür ist mangelndes Fachwissen sowohl in der Baumpflege von vor 10 Jahren als auch bei den Tiefbauern. Die Bäume hatten gar keine Chance.
17:00
Also Masaria ist nicht ohne und stellen wirklich ein gewisses Risiko dar.
Aber wenn man die Baumkontrolle und Baumpflege aufeinander abstimmt, sehe ich überhaupt keinen Anlass zu solch drastischen Maßnahmen zu Greifen und die Bäume gleich zu Fällen.
Allerdings wird hier auf 110% Sicherheit gesetzt weil wenn estwas passiert dann wird wieder geschrien "warum habt ihr nicht ihr wusstet das doch......"
Also kann ich die Argumente des Stadtbetriebes zur Fällung auch nachvollziehen. Es ist eine verdammt schwere Situation in der der Stadtbetrieb steckt. Vielleicht wäre es Sinnvoll einen Externen Gutachter mit ins Boot zu holen, damit ist der Stadtbetrieb fürs erste seine Verantwortung los und die Grünen haben noch eine zweite Meinung. Die sie dann aber auch aktzeptieren sollten.