Aktionsplan zur Inklusion im Kreis angestrebt

Auf dem Podium zur Inklusions-Veranstaltung saßen: (von links) Detlef Wapenhans, Beisitzer im SPD-UB-Vorstand und Mitglied der Initiative „selbst aktiv“,  Esther Berg, AWO Unterbezirk Ennepe-Ruhr, Koordinatorin des runden Tisches „Inlkusion“, Moderator Wolfram Junge, Beisitzer im SPD-UB-Vorstand, MdL Josef Neumann und Wetters Bürgermeister Frank Hasenberg.
Auf dem Podium zur Inklusions-Veranstaltung saßen: (von links) Detlef Wapenhans, Beisitzer im SPD-UB-Vorstand und Mitglied der Initiative „selbst aktiv“, Esther Berg, AWO Unterbezirk Ennepe-Ruhr, Koordinatorin des runden Tisches „Inlkusion“, Moderator Wolfram Junge, Beisitzer im SPD-UB-Vorstand, MdL Josef Neumann und Wetters Bürgermeister Frank Hasenberg.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die SPD will Menschen mit Behinderung im Ennepe-Ruhr-Kreis besser integrieren. Mit dem Beispiel Wetter will die Partei einen Aktionsplan entwickeln.

Ennepe-Ruhr/Wetter..  Einen Aktionsplan zur Inklusion im Ennepe-Ruhr-Kreis hat SPD-Fraktionsvorsitzender Olaf Schade im Kreistag angekündigt. Unter dem Titel „EN-inklusiv“ soll die Zukunftsaufgabe einer inklusiven Gesellschaft umfassend angegangen werden. Das sagte Schade, auch Vorsitzender der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) Ennepe-Ruhr, im Rahmen einer Informationsveranstaltung.

„Eine Gesellschaft für alle – EN inklusiv!“ So lautete das Thema des Abends, an dem der SPD-Landtagsabgeordnete Josef Neumann sozialdemokratische Rats- und Kreistagsmitglieder an Ennepe und Ruhr über den Stand der Dinge, die Entwicklung und Perspektiven der Inklusion informierte. Deutlich wurde: Inklusion ist nicht nur ein Auftrag für die Schulen, sondern eine Querschnittsaufgabe für das gesellschaftliche Leben. Ziel des Prozesses sei ein breiter Bewusstseinswandel, so Neumann, der zugleich auch der Sprecher der SPD-Landtagsfraktion beim Thema Inklusion ist: „Es ist normal, verschieden zu sein.“

„Wo es kommunale Aktionspläne gibt, wie die Stadt inklusiv gestaltet werden kann, sind wir erfolgreich“, schilderte Neumann seine aktuellen Beobachtungen. „Nach unseren Erfahrungen kostet es auch nicht mehr Geld“, sagte er. Es gehe eher darum, die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen, frei nach der Devise: „Nicht ohne uns über uns.“ Menschen mit Behinderungen sollten zur Mitwirkung und Teilhabe an dem Prozess aktiviert werden.

Barrieren auch in der Bürokratie

Mit Neumann diskutierten auf dem Podium Esther Berg, Koordinatorin des runden Tisches „Inklusion“ der Arbeiterwohlfahrt, Wetters Bürgermeister Frank Hasenberg, der den wegweisenden Aktionsplan „Wetter inklusiv“ vorstellte, und Detlef Wapenhans, Beisitzer im SPD-Unterbezirksvorstandes und Mitinitiator der Arbeitsgemeinschaft „Selbst aktiv – Menschen mit Behinderung in der SPD“ im Landesverband NRW.

Wapenhans, der selbst körperbehindert ist, schilderte, dass Barrieren nicht nur materielle Hürden sind, die die körperliche Mobilität einschränken. Barrieren existieren demnach auch in den Vorschriften und Verfahrensweisen, mit denen Menschen mit Behinderung zu kämpfen haben, um etwa notwendige Hilfsmittel zu bekommen.

Esther Berg schlug vor, das Erfahrungswissen der Betroffenen zu nutzen und die Prozesse zur Beseitigung der Barrieren gezielt zu steuern. „Eine Steuerung der Umstrukturierungsprozesse und eine professionelle Koordination aller am Prozess Beteiligen“ sei notwendig, um Veränderungen herbeizuführen.

„Inklusion fängt im Kopf an“, sagte Bürgermeister Frank Hasenberg, der von den Bemühungen und Fortschritten in Wetter berichtete. „Es muss das Bewusstsein dafür geschaffen werden, die bürokratischen Hürden abzubauen.“

Zusätzliche Lehrer an Schulen

Josef Neumann schilderte die Entwicklung an den Schulen in NRW, die zunehmend den verbrieften Anspruch auf inklusiven Unterricht umsetzen. Er nannte unter anderem die Zahl von 3200 zusätzlichen Lehrerstellen, die bis zum Schuljahr 2017/2018 zu schaffen seien.

Zugleich lenkte Neumann den Blick auf die Inklusion im Beruf. Er forderte mehr „Inklusionsgesellschaften“, in denen Menschen mit und Menschen ohne Behinderung zusammenarbeiten. Er appellierte aber auch an Unternehmer und Betriebe, Mut zu beweisen und die Bedingungen für Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Inklusion sei ein Menschenrecht, betonte Neumann. Dessen Verwirklichung dürfe nicht nur unter Kostengesichtspunkten diskutiert werden. Aber natürlich dürften Bund und Land den Kommunen nicht die Kosten aufbürden.