„Ablenkung durch Smartphone wird unterschätzt“

Die Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis teilte auf Anfrage mit, dass ihre Ermittlungen zum tödlichen Unfall am 17. Februar 2014 auf der B54 in Herdecke abgeschlossen seien und auch keine neuen Erkenntnisse vorlägen. Zudem teilt die Direktion Verkehr mit: „Grundsätzlich sind Unfälle, bei denen wir als Polizeibehörde davon ausgehen, dass es sich bei der Ursache um eine wie auch immer geartete Ablenkung (Mobiltelefone, Smartphone oder Zigarette) handelt, im Kreisgebiet vorhanden.“ Daher habe es auch im Jahr 2014 mehrfach Sondereinsätze gegeben, um dies zu sanktionieren. Dabei erhielten Fahrzeugführer 60 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg.

„Wir gehen in diesem Bereich von einer erheblichen Dunkelziffer aus“, heißt es weiter in der Stellungnahme der Direktion Verkehr. „Gerade die Ablenkung durch das Smartphone wird völlig unterschätzt. Schon bei der bloßen Aufnahme eines Smartphones während der Fahrt legt ein Fahrzeugführer mehrere Sekunden im Blindflug zurück, welche über Leben oder Tod entscheiden können.“

Weiter sorgenvoll blickt die EN-Polizei auf das Thema Verkehrsunfallfluchten. Viele Kraftfahrzeugführer scheinen immer noch nicht verinnerlicht zu haben, dass es sich dabei nicht um ein Kavaliersdelikt handele. „Vielmehr hat ein Unfallverursacher, welcher flüchtet, mit einem hohen Bußgeld und unter Umständen sogar mit Entzug der Fahrerlaubnis zu rechnen. Auch an dieser Thematik wird die Polizei in 2015, wie auch in diesem Jahr geschehen, im Rahmen von Flyer-Aktionen intensiv arbeiten.“