711000 Euro für die Sicherheit der Schule

Brandinspektor Stefan Baska vor der Brandmeldeanlage im Herdecker Rathaus. Sie ist bereits auf dem neuesten Stand.
Brandinspektor Stefan Baska vor der Brandmeldeanlage im Herdecker Rathaus. Sie ist bereits auf dem neuesten Stand.
Foto: Valentin Dornis
Was wir bereits wissen
An der Friedrich-Harkort-Schule in Herdecke wird der Brandschutz modernisiert und ein Amokalarm eingebaut. Das kostet.

Herdecke..  Fünf Jahre liegt der Amoklauf an einer Schule in Winnenden jetzt zurück. Die Politiker in Herdecke haben ihn nicht vergessen und eine sogenannte „Amokalarmierung“ für das Friedrich-Harkort-Gymnasium beschlossen. Im nächsten Jahr soll sie eingebaut werden und auch noch im Jahr darauf. Das liegt nicht daran, dass eine solche Sprachalarmierungsanlage allein so aufwendig wäre. Aber wenn sie installiert wird, soll der Brandschutz an der Schule mit auf den neuesten Stand gebracht werden.

Viel Geld für wenig Sichtbares

Insgesamt 711 000 Euro sind dafür vorgesehen. Kein Wunder, dass Claudia Schulte von der städtischen Gebäudewirtschaft von einer „Großmaßnahme“ spricht. Das erste Drittel soll im nächsten Jahr verbaut werden. Die übrigen beiden Drittel sollen im Haushaltsjahr 2016 ausgegeben werden. Aus der Höhe und auch aus der Dringlichkeit sollten Eltern keine falschen Schlüsse ziehen: „Es gibt Brandschutz an der Schule, und der ist auch jetzt sicher“, beruhigt Claudia Schulte.

Das Schulgebäude an der Hengsteyseestraße stammt aus den siebziger Jahren. Eine Brandmeldeanlage war damals nicht verpflichtend. Das Herdecker Gymnasium hat trotzdem eine. Und wenn das reguläre Licht ausfällt, springt eine Notlichtanlage ein. „Das ist alles da“, weiß Claudia Schulte, „aber nach den heutigen Standards müssen wir das alles erweitern.“

Wird für die neue Amokalarmierung eine Flurdecke geöffnet und finden sich dann Leitungen, die nicht unmittelbar zur Versorgung des Flurs dienen, darf die Stadt nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen. Dann müssen die Leitungen raus und wohl auch neue Deckenelemente her. „Man gibt viel Geld aus, sieht aber wenig“, sagt Finanzdezernent Frank Zagler. Brandschutz kostet und muss funktionieren. Viel her macht er nach außen aber nicht.

Weitläufig und mit großer Aula

Zwingend vorgeschrieben ist eine Brandmeldeanlage in der Friedrich-Harkort-Schule nicht. Und doch spricht Einiges für den Erhalt und die Überarbeitung: Die Schule ist „weitläufig, hat viele Schüler und mit der Aula zudem auch noch eine Versammlungsstätte“, so Claudia Schulte.

Die Bestandsaufnahme ist weitgehend abgeschlossen. Was wird ersetzt? Was kommt neu in die Schule? Auch dafür gibt es Zahlen. Eine zeitgemäße Alarmanlage für den Amokfall ist nämlich nicht nur eine Durchsageanlage.

Infos für Ohren und die Augen

Damit könnte man vielleicht den Lehrern versteckte Hinweise geben, dass sich ein Amokläufer in der Schule befindet und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen sind. Aber im Zeitalter der Inklusion und Barrierefreiheit sollte es auch optische Warnsignale geben. „Wir denken auch über Blitzleuchten nach“, erklärt Claudia Schulte, warum bei dieser Maßnahme „eins zum anderen kommt“.

Kleiner Anlass, große Kosten lässt sich angesichts des Amoklaufs an der Schule in Winnenden mit 16 Toten nun wirklich nicht sagen. Und doch ist es nicht die Amokanlage selbst, die die Stadtkasse so belasten wird. Die Folgen für den allgemeinen Brandschutz stehen halt mit auf der Rechnung. Frank Zagler und Claudia Schulte lassen aber keinen Zweifel daran dass es richtig ist, „das jetzt in einem Guss zu machen“ – auch unter finanziellen Gesichtspunkten.