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Was wir bereits wissen
Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich der Polizei des Ennepe-Ruhr-Kreises ist stark gesunken. Insgesamt nahmen die Beamten im vergangenen Jahr 6299 Unfälle auf, das sind 4,8 Prozent weniger als 2011. Bei den Unfällen mit Personenschäden sank die Zahl sogar um 11,1 auf 505.

Ennepe-Ruhr..  Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich der Polizei des Ennepe-Ruhr-Kreises ist stark gesunken. Insgesamt nahmen die Beamten im vergangenen Jahr 6299 Unfälle auf, das sind 4,8 Prozent weniger als 2011. Bei den Unfällen mit Personenschäden sank die Zahl sogar um 11,1 auf 505. Diese Zahlen teilten Landrat Arnim Brux und Olaf Boenisch von der Direktion Verkehr der Polizei mit.

Damit wäre es auf den Straßen des EN-Kreises fast so sicher wie sonst nirgendwo in Nordrhein-Westfalen – wenn es da sozusagen nicht Konkurrenz aus dem eigenen Hause gäbe. Noch sicherer ist es im Bereich der Bochumer Polizei. Und in deren Statistik fließen auch die Zahlen für Witten ein, immerhin der größten Stadt im Kreisgebiet.

Allerdings starben im Jahr 2012 auch vier Menschen auf den Straßen, doppelt soviel wie 2011:
17. Februar 2012: Ein 19-Jähriger kommt in Ennepetal von der Fahrbahn ab und fährt gegen einen Baum.
27. August 2012: Ein vier Jahre alter Junge wird in Gevelsberg von einem Schulbus erfasst.
17. September 2012: Ein älteres Ehepaar kommt mit seinem Wagen aus gesundheitlichen Gründen von der Straße ab. Die Frau erleidet bei dem Unfall in Ennepetal Verletzungen, an denen sie einen Monat später stirbt.
19. September 2012: In Herdecke verunglückt ein Radfahrer mit 2,95 Promille Alkohol im Blut.

Statistisch gesehen ist die Gefahr in Gevelsberg, Ennepetal und Schwelm in einen Unfall verwickelt zu werden 50 Prozent höher als in Wetter und Herdecke. Eine richtige Erklärung dafür haben die Ordnungshüter nicht. „Ein Grund könnte sein, dass die Verkehrsdichte im Süden des Kreises größer ist“, so Polizeisprecher Dietmar Trust.

Eine Erklärung gibt es allerdings dafür, dass die Motorrad- und Mopedunfälle um fast 30 Prozent gesunken sind. Im Hattinger Wodantal und auf der B 483 in Ennepetal und Schwelm, den beliebten Rennstrecken, hätten die Beamten stärker Anwesenheit demonstriert. Außerdem arbeiteten die heimischen Ordnungshüter eng mit den benachbarten Behörden zusammen.

Um über 20 Prozent zurückgegangen sind auch die Unfälle mit Radfahrern, um drei Prozent die mit Fußgängern. Angestiegen ist allerdings die Zahl der jungen Erwachsenen, die an Verkehrsunfälle beteiligt sind. Und daran trägt allein die negative Entwicklung in Gevelsberg die Schuld. Dort verunglückten 2011 nur 13 Jugendliche, im vergangenen Jahr waren es dagegen 23. Dafür hat Experte Olaf Boenisch eine mögliche Erklärung, die der Stadt eigentlich schmeichelt: „Die Gevelsberger Innenstadt ist für die Jugendlichen immer attraktiver geworden. Viele sagen: Lass’ und heute mal nach Gevelsberg fahren.“