Zweierlei Leckerbissen

Das war was für Feinschmecker: Der Literaturkurs des KDG bewies einmal mehr, wie sehr er das Schulleben bereichert.
Das war was für Feinschmecker: Der Literaturkurs des KDG bewies einmal mehr, wie sehr er das Schulleben bereichert.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Schüler des Weseler Konrad-Duden-Gymnasiums servierten ein literarisches Menü - gut gewürzt mit Fantasie.

Wesel..  Wie wunderbar sich Literatur und Essen kombinieren lassen, zeigte der Literaturkurs des Konrad-Duden-Gymnasiums am Donnerstagabend. Unter der Leitung von Christine Walkenhorst präsentierten 28 Schüler der elften Jahrgangsstufe ein „Literarisches Menü“ unter dem Motto „Filme für Feinschmecker“. Zwischen drei „realen“ kulinarischen Gängen setzten sich die Schüler literarisch kreativ mit der Welt der Speisen auseinander. Zunächst führten sie selbst produzierte Filme mit Interviews vor, für die sie Menschen aus der Region zu ihrer Einstellung zum Essen befragt hatten. Zu Wort kamen unter anderen ein italienischer Koch, der auch privat am liebsten Pizza isst, ein Supermarkt-Inhaber, der täglich die Salatköpfe kontrolliert, und ein Jäger, für den es ein Gräuel ist, ein Tier nicht direkt mit dem ersten Schuss zu töten.

Banane trifft Schokolade

Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildete ein Quiz rund um das Thema Essen, bei dem Konrektorin Karen Schneider gegen einen Schüler antrat und einige knifflige Fragen beantworten musste. Abgefragt wurde Wissen über den Inhalt von Rotkäppchens Korb bis hin zu den am häufigsten auf dem Teller zu findenden Tierarten. Viel Applaus erntete außerdem die Aufführung eines Puppenspiels über ein Zusammentreffen einer Banane und einer schmelzenden Schokolade auf einem Frachtschiff.

Besonders interessant für die Gäste war auch eine verfilmte Geschichte rund um einen Kochkurs, in dem die Zubereitung der servierten Speisen geübt wurde. Vier Schülerinnen des Literaturkurses hatten die Gerichte zuvor in der neuen Schulküche mit Hilfe von Küchenpatin Sabine Schwarz-Schellewald, deren Tochter Stefanie und einigen Helfern zubereitet. Für ihre Kochkünste ernteten sie vielstimmiges Lob. Beeindruckend war auch die Art und Weise, in der die verschiedenen Gänge aufgetischt wurden: In einer einstudierten Choreographie schritten die Schüler unter dramatischer Musik durch den Raum zu den Tischen.

Mehrere Monate lang hatten die Gymnasiasten, die Literatur für ein Jahr als Unterrichtsfach gewählt hatten, an dem anderthalbstündigen Programm gefeilt. „Es war echt viel Arbeit, aber am Ende ist man froh, dass alles so gut geklappt hat“, freute sich Theresa Schulte.

Kreativität und Verantwortung

Christine Walkenhorst, die neben Deutsch und Englisch schon seit rund 20 Jahren das Fach Literatur unterrichtet, ist begeistert von der Leistung ihrer Schützlinge: „Die Schüler haben unglaublich viel Einsatz gezeigt!“ An der Arbeit im Literaturkurs schätzt sie besonders die nahezu grenzenlose Kreativität. Beim Theaterspielen, Schreiben von kreativen Texten und dem Umgang mit Medien würden viele Fertigkeiten zum Einsatz gebracht werden, die im Unterricht sonst nicht zur Geltung kämen. Außerdem sei es für die Schüler wichtig zu lernen, Verantwortung für eine abendfüllende Präsentation zu übernehmen.

Begeisterter Beifall bestätigte, dass sich die Mühe gelohnt hat. Die Eintrittskarten, die aus organisatorischen Gründen auf 50 Stück begrenzt werden mussten, waren bereits nach kurzer Zeit vergriffen.