Zugfahren wie anno dazumal

Das diensthabende Team am Bahnhof.
Das diensthabende Team am Bahnhof.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Eine Tour mit dem Verein Historischer Schienenverkehr Wesel ist immer wieder ein Erlebnis. Das Angebot an der Rheinpromenade wird gut und gern angenommen.

Wesel..  Der kleine Niklas steht staunend vor dem alten Schienenfahrzeug: „Guck mal, Papa, wie groß die ist“. Auch Vater Horst schaut sich sichtlich beeindruckt die Deutz-Zugmaschine aus den 50er Jahren an. „Schön, dass wir es endlich mal geschafft haben, heute dabei zu sein“, sagt er und steigt mit Sohnemann in einen der bereit gestellten Waggons des Vereins „Historischer Schienenverkehr Wesel“ ein, die an der Abfahrtstelle an der Rheinpromenade auf Besucher warten. Begrüßt werden sie hier von einem freundlich lächelnden Mann mit echter Schaffner-Uniform, einem der vielen Aktiven des agilen Vereins. „Für uns ist der „Weseler Stadtexpress“ zu Ostern schon gute Tradition, das machen wir seit vielen Jahren“, erläutert Thomas Lusch, ein Eisenbahn-Fan, der schon lange dabei ist. „Man muss da natürlich ein wenig positiv verrückt sein“, ergänzt er schmunzelnd.

15 Wagen, davon acht betriebsfähige, sowie drei Sitz- und einen Güterwagen hat der Verein in seinem Fundus. Wenn man mit einem der zehn aktiven Mitglieder spricht, merkt man sofort, da steckt viel Arbeit und vielleicht noch mehr Herzblut dahinter, um diesen Fuhrpark zu hegen, zu warten und instand zu setzen. Das alles kostet natürlich auch viel Geld, weiß Thomas Lusch. Eine der Einnahmequellen für die „Historischen Eisenbahner“ ist daher neben den Fahrkartenverkäufen auch eine Cafeteria in einem schönen alten Speisewagen. Diesen haben die Weseler in wunderbarer Lage direkt mit Rheinblick geparkt und hoffen auf regen Umsatz. Unterdessen haben Niklas und Vater Horst Platz genommen und freuen sich, dass es endlich losgeht. Langsam rollt der Zug durch die Stadt in Richtung Byk-Chemie an der Abel­straße und dann weiter in Richtung Bahnhof Wesel. Normalerweise geht es noch zum alten Wasserwerk und zur Hohen Mark, doch diese schönen Ziele können in diesem Jahr nicht angefahren werden. „Betriebliche Probleme“, erläutert Thomas Lusch kurz und knapp.

Doch auch so ist die etwa 15minütige Fahrt ein Erlebnis.. „Man sieht seine Stadt ja mal ganz anders“, staunt Ursula Schulte und entdeckt beim Blick aus dem Fester immer wieder neue Perspektiven. Bis zu sieben Personenwagen und einem Fassungsvermögen von rund 120 Gästen kann die Deutz-Zugmaschine bewegen und an diesem herrlichen Ostersonntag ist der Andrang groß. Als ganz besonderen Service kann man sogar noch seine Fahrräder kostenlos mitnehmen.

Nach der Rückkehr zur Rheinpromenade steigen Niklas und Papa Horst aus. Für sie steht fest, dass es nicht das letzte Mal war, dass sie an einer Fahrt des Historischen Schienenverkehrs teilgenommen haben. Gelegenheiten zur Wiederholung gibt es noch einige in diesem Jahr. Etwa zu Pfingsten, bei den PPP-Tagen oder auch bei der „Grillfahrt“ am 7. Juni. Nähere Infos, immer aktuell unter www.hsw-wesel.de.