Zaun soll die Lippeaue schützen

Ein Paradies für Tiere und Pflanzen soll der neu gestaltete Lippemündungsraum bleiben, findet NABU-Kreisvorsitzender Peter Malzbender und stellt entsprechende Forderungen auf.
Ein Paradies für Tiere und Pflanzen soll der neu gestaltete Lippemündungsraum bleiben, findet NABU-Kreisvorsitzender Peter Malzbender und stellt entsprechende Forderungen auf.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Nabu fordert, Hunde, Angler und Quadfahrer aus dem Gebiet fernzuhalten um das Entstehen des Auewaldes zu ermöglichen

Wesel..  Auf das neue Angebot im Lippemündungsraum, das voraussichtlich ab September von Radlern, Spaziergängern, Joggern und Walkern genutzt werden kann, freuen sich schon viele. Dann besteht die Möglichkeit, auf einer drei Kilometer langen Trasse zwischen Rhein und Lippe die Natur zu genießen (die NRZ berichtete).

Quadfahrer im Gelände

Doch bevor es so weit ist, muss noch einiges verändert werden, meldet sich der Kreisvorsitzende des Naturschutzbundes (NABU), Peter Malzbender, zu Wort. An vorderster Stelle steht die Installation eines Zauns zur Innenseite hin. Denn ansonsten würden die Menschen vermutlich in das Naturschutzgebiet vordringen und Hunde sowieso. Malzbender möchte gern einen so genannten Schafzaun, den Hunde nicht passieren können, Hasen aber sehr wohl.

Der Weseler spricht aus Erfahrung. Schon jetzt seien dort Hundehalter mit ihren Vierbeinern kreuz und quer unterwegs. Manche Zeitgenossen hätten sich hier auch zum Picknick niedergelassen. Hinzu kämen Quadfahrer, die das Gelände für Querungen nutzten sowie Fliegenfischer. Sie und alle anderen Angler möchte Malzbender aus dem Areal zwischen der Lippebrücke am Lippeschlößchen und der Mündung in den Rhein komplett heraushalten. Dasselbe gilt für Kanuten. Sie könnten schließlich bis zur Brücke fahren, aber nicht weiter. Deshalb sollte die geplante Bootsanlagestelle in Höhe des Restaurants gar nicht erst verwirklicht werden.

Tiere als Landschaftspfleger

All dies fordert der NABU ein, zumal man regelrecht sehe, dass die Natur darauf gewartet habe, sich hier zu entfalten. Zahlreiche Tiere haben sich bereits niedergelassen, viele Pflanzen angesiedelt. Und es wird immer mehr. Damit der Auenwald, der hier nach und nach entsteht, nicht zu dicht wird, müssten die Flächen auch ganzjährig beweidet werden, sagt Malzbender. Welche Tiere am Ende hier ihren Platz finden, müssten Experten entscheiden. Er könne sich sowohl Heckrinder als auch Schafe oder Ponys vorstellen. Auch die robusten Konik-Pferde wären eine Option. Letztere werden vielerorts als Landschaftspfleger in Naturschutzgebieten eingesetzt, weil sie besonders widerstandsfähig sind.

Informationstafeln

Der neue Geh- und Radweg entsteht zum überwiegenden Teil auf der alten Fahrtrasse der Lkw. Der restliche Bereich nahe der Rhein- und Lippebrücke wird gerade ausgekoffert und auf einer Breite von drei Metern 30 Zentimeter tief verfüllt. Zum Rasten ist auch eine Möglichkeit geplant. Der Lippeverband will sie installieren. Hinzu kommen Infotafeln, die auf die Natur vor Ort hinweisen.