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Die DTP Landschaftsarchitekten aus Essen stellten die Pläne im Rathaus vor. Foto:Heiko Kempken
Die DTP Landschaftsarchitekten aus Essen stellten die Pläne im Rathaus vor. Foto:Heiko Kempken
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Wie soll der neue Spielpark aussehen? Nur wenige Schermbecker kamen zur Bürgerbeteiligung

Schermbeck..  Bürgerbeteiligungen können eine frustrierende Angelegenheit sein. Es ist paradox: Wenn die Menschen nicht mitentscheiden können, wie ihr Lebensumfeld gestaltet wird, dann beginnt oft im Nachhinein das große Gemecker. Dürfen sie aber vorher konkret sagen, was sie sich wünschen, dann tut das kaum jemand.

Genau das erlebte die Schermbecker Verwaltung, als sie den geplanten Spielpark mit denen diskutieren wollte, die ihn künftig nutzen dürfen. Eltern, Senioren, Jugendliche und Kinder zum Beispiel. Viel bürgernähere Themen als dieses gibt es kaum. Und doch kam gerade mal ein gutes Dutzend zur Präsentation des Konzeptes ins Rathaus. Darunter ein Großteil Ratsmitglieder und Seniorenvertreter, aber auch Pädagoginnen aus der Kita und einige interessierte Schermbecker ohne öffentliche Funktion.

„Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass ein paar mehr Schermbecker gekommen wären. Auch Kinder und Jugendliche vielleicht“, formulierte Bürgermeister Mike Rexforth seine Enttäuschung vorsichtig. Er hatte sich auf den Abend gefreut. Immerhin geht es um Fördermittel im siebenstelligen Bereich, die der Gemeinde dabei helfen, die in die Jahre gekommenen Spiel- und Freizeitflächen in mehreren Bauabschnitten zu verschönern.

Für alle Generationen

Ein Vorhaben, das sich eine Gemeinde mit so klammer Kasse ansonsten nicht leisten könnte. „Es ist das größte Projekt, das wir in den letzten Jahren in Schermbeck auf den Weg gebracht haben“, betonte Mike Rexforth die Bedeutung der Pläne, die die Essener DTP Landschaftsarchitekten am Dienstagabend vorstellten.

Insgesamt fünf neue Bereiche sollen in den kommenden Jahren in Angriff genommen werden. Planerin Isabella de Medici erklärte den ersten Baustein des Gesamtpakets, der in diesem Jahr umgesetzt wird. Der „Spielpark“ wird vom Spielplatz Schienebergstege zur Maxi-Kolbe-Schule führen und dabei auch die Wegeverbindungen zum Spielplatz Pöttekamp und die Kita St. Kilian einbeziehen. Entstehen sollen barrierefreie Spiel- und Aufenthaltsbereiche für alle Generationen. „Schermbeck hat ein sehr schönes Netz an Kinderwegen, die frei von Autoverkehr sind“, sagte Isabella de Medici, die seit 2014 mit ihrem Team die Spielplätze der Gemeinde analysiert und neue Konzepte erarbeitet hat.

Die „Kinderwege“, das schlagen die Planer vor, könnten künftig farbig markiert werden. Für den Spielplatz Schienebergstege gibt es zwei Ideen. Unter dem Motto „Einer für alle“ könnten hier sowohl neue Spielgeräte aufgebaut werden, als auch ein Feierabendbereich mit Boulebahn und Parkliegen. Oder er bleibt als „Klettermax“ nur für die Kinder und bekommt neue Klettergerüste und einen Kleinkindbereich. An der Maxi-Schule wäre zum Beispiel ein Niedrigseilgarten oder ein Hindernisparcours denkbar. Vorschläge wie diese konnten die Teilnehmer der Bürgerbeteiligung am Dienstag mit Meinungszetteln bewerten und Ideen oder Kritik beisteuern. Die reichten von „zu wenig Bänke für Senioren“ über „Kies statt Sand“ und „Bloß keine Bäume oder Büsche roden“ bis hin zum „Problem mit den Hundehaufen“.

Das Planungsbüro wird die Anregungen nun auswerten und konkrete Pläne erarbeiten. Im Spätsommer/Herbst könnte gebaut werden. Vorher gibt es noch eine letzte Chance der Mitsprache - bei einer Ideen-Werkstatt für Kinder und Jugendliche im Sommer.