Wolfgruber: Zu wenig Mut zum Risiko

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Wesel..  „Ich schätze den Unternehmer-Mut in den USA“, sagt Dr. Matthias Wolfgruber, Vorstandsvorsitzender des Weseler Spezialchemie-Konzerns Altana. In Deutschland stecke in dieser Hinsicht noch eine Menge ungenutzten Potenzials.

Eine von Altana in Auftrag gegebene Studie des Forsa-Institutes bestätigt das. Danach gaben zwei von fünf befragten Industriemanagern an, dass in ihrem Unternehmen eine geringe oder gar keine Risikobereitschaft bestehe.

Forsa hat im vergangenen Jahr branchenübergreifend je 250 Topentscheider (Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und Bereichsleiter in Industrieunternehmen ab 250 Mitarbeitern) und Berufseinsteiger zwischen 18 und 35 Jahren mit zwei bis fünf Jahren Berufserfahrung in deutschen Industrieunternehmen per Telefon befragt.

Der Austausch von Wissen sei wichtiges Kriterium von Innovationsfähigkeit, so Dr. Wolfgruber. Über finanzielle Beteiligungen hinaus setzen deutsche Unternehmen - ganz überwiegend die großen - der Studie zufolge auch auf andere Formen zur Innovationsförderung: 92 Prozent auf die Kooperation mit Kunden (etwa zur gemeinsamen Produktentwicklung), 87 Prozent auf die Zusammenarbeit mit Dienstleistern, 86 Prozent auf Verbände, 77 Prozent auf wissenschaftliche Partnerschaften und 63 Prozent auf solche mit anderen Industrieunternehmen.

In mehr als 40 Prozent der Unternehmen werde das externe Wissen jedoch nicht konsequent genutzt. Um dies zu fördern, sei eine Hierarchie- und Abteilungsübergreifende Kommunikation nötig, so der Altana-Vorstandsvorsitzende.