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Wo soll die Erdgastrasse herlaufen?

26.02.2016 | 17:57 Uhr
Wo soll die Erdgastrasse herlaufen?
Etwa 50 Interessierte fanden den Weg in den Saal der Gaststätte Ramirez in Schermbeck, wo die Firma Zeelink über die geplante Erdgas-Pipeline informierte.Foto: Lars Fröhlich

Kreis Wesel.   In Schermbeck konnten sich Bürger über die Gasleitung Zeelink informieren, die von der deutsch-belgischen Grenze bis nach Legden führen soll. Von der Streckenführung wird wohl auch der Kreis Wesel betroffen sein.

Es ist das größte Einzelprojekt im Nationalen Entwicklungsplan Gas 2015 (NEP) der Bundesnetzagentur – das Projekt „Zeelink“. Ein entsprechend großer Teil der Bevölkerung wird davon betroffen sein, wenn die neue Erdgastrasse von der deutsch-belgischen Grenze bis nach Legden bei Ahaus 2021 fertiggestellt sein wird.

Das Projekt soll ein wichtiger Baustein im Ausbau des Fernleitungsnetzes der Open Grid Europe GmbH werden.

Wo genau die rund 215 Kilometer lange Trasse verlaufen wird, wird erst noch in einem mehrstufigen Verfahren ermittelt, auch im Dialog mit den Bezirksregierungen, Kommunen und der Bevölkerung.

Ein solcher Dialogabend fand am Donnerstagabend in der Gaststätte Ramirez in Schermbeck statt. Vor allem Folgen für die Umwelt und die Landwirtschaft standen im Fokus der Bürger. Die Projektführung sieht den Abend als gelungenen Einstand in den Dialogprozess.

„Die Ferngasleitung an sich finde ich nicht schlimm“, betont eine Anwohnerin aus Schermbeck, die zu der Bürgerinformationsveranstaltung gekommen war. Sie sei nötig und Angst bräuchte man schließlich auch nicht zu haben. Allerdings möchte sie schon genau wissen, „wie viel Natur kaputt gehen wird“.

Streckenführung als Knackpunkt

Die genaue Trassenführung ist genau der Knackpunkt, den viele Besucher interessiert, der so aber noch nicht feststeht. „Es gibt einen Vorzugskorridor“, erläutert Eugen Ott vom Zeelink-Projektbüro.

In diesem Rahmen werde vorzugsweise geprüft, wo die Trasse entlang geht und wo es zu möglichst wenig Schwierigkeiten mit den Flächennutzungsplänen der Städte, Kommunen und Bezirksregierungen gibt und wo die geologischen Verhältnisse stimmen. Dazu gebe es Raumwiderstandsanalysen und eben ein mehrstufiges Genehmigungs- und Planfeststellungsverfahren.

So werden die Bauarbeiten für die Gasleitung aussehen. Foto: pr

Doch genau hier sehen betroffene Bürger und Vertreter Probleme. Gisela Lehmkuhl vom Bauamt der Stadt Hünxe möchte sicher gehen, dass die Trasse nicht durch Naturschutzgebiete geführt wird, sondern zum Beispiel parallel zur A3. „Immerhin bleiben 30 Meter verbrannte Erde zurück“, so Lehmkuhl.

Da hilft es auch nicht, wenn Ott betont, dass der 38 Meter lange Streifen, der bei den Arbeiten tatsächlich nötig ist, nachher wieder renaturiert wird. Auch sollen die verschiedenen Bodenschichten wieder hergestellt werden.

Das wiederum sieht Hartmut Heuenhoff, Landwirt aus Schermbeck-Damm, kritisch. „Der Boden ist im Eimer“, ist er sich sicher. Eine Verdichtung sei kaum zu verhindern. „Ich bin höchstwahrscheinlich betroffen und bekomme keine klare Ansage, wo die Leitung lang geht“, moniert er.

Dies sei eben, so Ott, in so einem frühen Zeitpunkt der Planung nicht sicher zu sagen.

Für Egbert Doernemann aus der Gegend um Hamminkeln-Marienthal ist der Sicherheitsaspekt von entscheidender Bedeutung. Immerhin rund ein Meter breit soll das Rohr sein, Sicherheitspunkte alle zehn bis 18 Kilometer. „Da kann viel Gas austreten“, meint Doernemann mit Blick auf einem möglichen Unfall. Zudem müsse man die Bodenbeschaffenheit genau im Blick haben. „Hier ist ein Bergbaugebiet“, betont er und hofft, dass auch die entsprechenden Ämter mit im Boot sind.

Sonja Terhorst

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2016-02-26 17:57
Nachrichten aus Wesel, Hamminkeln und Schermbeck