Wissen, was da steht

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Wesel..  Eigentlich steht Mathe auf dem Stundenplan. Doch statt Rechenaufgaben haben die Kinder der Klasse 4b der Grundschule am Quadenweg an diesem Morgen ein dünnes Heftchen vor sich liegen, in dem ein Text erklärt, wie der überlebenswichtige Sauerstoff in unserer Umwelt entsteht. 15 Minuten haben die Mädchen und Jungen nun Zeit, um sich den Aufsatz durchzulesen, Fragen zu beantworten und zu zeigen, dass sie den Text verstanden haben.

Manche Wörter sind nicht bekannt

Dieser Verständnis-Check ist Bestandteil des Floh-Lesefitness-Trainings der Stiftung Lernen, an dem die Grundschule am Quadenweg seit mittlerweile acht Jahren teilnimmt. Weil es notwendig sei, sagt Schulleiterin Astrid Horstkamp. Lesen sei schließlich „d i e Kompetenz“ schlechthin. Und gerade beim sinnvollen Lesen hätten einige Schüler ihre Schwierigkeiten. Unter anderem, weil auch die Lesekultur zu Hause nicht mehr gepflegt werde. Das sehe man auch am mangelnden Wortschatz mancher Schüler. Wörter wie „verputzen“ oder „Pforte“ seien vielen einfach nicht mehr bekannt, so Astrid Horstkamp.

Damit die Kinder nicht nur Buchstaben miteinander verknüpfen, sondern beim Lesen auch Zusammenhänge verstehen und verarbeiten können, nimmt die Schule mit allen acht Klassen an dem Leseförderungsprogramm der Stiftung Lernen teil, das sich auf zwei verschiedene Säulen stützt: Einmal den 15-minütigen Verständnis-Check, zweitens den Tempo-Check, bei dem die Kinder aus einer Auswahl ähnlich klingender Sätze den richtigen ankreuzen müssen. Für jeden richtig angekreuzten Satz gibt es einen Punkt.

In einem vierwöchigen Turnus werden die Schüler so auf ihre Lesefähigkeiten getestet. Und: „Die Leistung steigert sich schon kontinuierlich“, sagt Lehrerin Mareike Opgen-Rhein, die darauf wartet, dass die Kinder der Klasse 4b zum Ende des Testes kommen. „Das Verständnis wird immer besser.“

Und auch die Lesebegeisterung steigt bei einigen an. Großer Renner in der 4b: „Tom Gates“. Die Geschichten von Liz Pichon über den Fünftklässler und seine alltäglichen Sorgen und Streiche kommen bei den Mädchen und Jungen gut. Und sie fördern die Lust am Lesen. Was Schulleiterin Astrid Horstkamp freuen wird. Genauso wie die Tatsache, dass die Kinder die schuleigene Bücherei nicht meiden: „Die wird wirklich gut angenommen.“

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