„Wir können nur abwarten“

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Was wir bereits wissen
Mit den Menschen, die zu Zehntausenden den Kosovo verlassen, könnte die erwartete Asylbewerberzahl in Hamminkeln um rund das Doppelte ansteigen.

Hamminkeln..  Insgesamt 40 freie Plätze hat die Stadt momentan in ihren bisherigen Asylbewerberunterkünften und den zwei jüngst angemieteten Wohnungen in Mehrhoog zur Verfügung. Und eigentlich hatte die Verwaltung gedacht, dass sie damit zumindest bis zum Sommer auskommen könnte. Die steigende Zahl der ankommenden Menschen aus dem Kosovo lässt einen anderen Schluss zu.

Arbeitsgruppe legt Tempo vor

So hatte der im Hamminkelner Verwaltungsvorstand für Soziales zuständige Dezernent, Jürgen Palberg, bereits am Mittwoch einen Erlass aus dem Innenministerium auf dem Tisch liegen, der besagt, dass man mit 6000 Flüchtlingen rechnet, die jeden Monat nach Nordrhein-Westfalen kommen.

Verteilt werden die Menschen über einen bestimmten Quotienten, der ermittelt, wie viele Asylbewerber in der jeweiligen Kommune untergebracht werden. Und nach diesem Schlüssel könne es sein, dass die Zahl der Menschen, die in Hamminkeln Zuflucht suchten, weiter steige, sagt der Dezernent - von ursprünglich 100 erwarteten Frauen, Männern und Kindern auf bis zu das Doppelte.

Bislang sind es allerdings nur Vermutungen. Genaueres wisse man noch nicht, so Palberg. „Wir können nur abwarten.“ Solange werde man die Menschen sukzessive auf die 40 Plätze im Stadtgebiet verteilen, danach „müssen wir schauen“.

In diesem Zusammenhang ist es gut, dass sich Palberg und die Mitglieder der Arbeitsgruppe einen ziemlich strammen Zeitplan vorgenommen haben, um die Unterbringung der Asylbewerber in der Stadt neu auszurichten und zu verbessern. Die nächste Sitzung ist am 23. Februar (wir berichteten).

Der Platz ist das eine, die Kostenfrage indes die andere Unwägbarkeit. Der kommunale Haushalt lässt in diesem und auch im nächsten Jahr bekanntlich wenig Raum zu, um die Kosten aufzufangen, ohne das Eigenkapital um mehr als fünf Prozent zu belasten. So könnte Hamminkeln trotz aller Sparbemühungen in die Haushaltssicherung rutschen.