Windräder am Niederrhein werden Fledermäusen gefährlich

Ein Großes Mausohr (lat. Myotis myotis), das beringt ist, aus der Nähe betrachtet.
Ein Großes Mausohr (lat. Myotis myotis), das beringt ist, aus der Nähe betrachtet.
Foto: dpa
Bei einer Fachtagung in Wesel stand der Lebensraum der Fledermäuse im Mittelpunkt. Die schnellen Rotoren von Windrädern können die Tiere nicht orten. Die Folge sind Knochenbrüche und andere Verletzungen. Zudem werden weiter fledermausfreundliche Häuser gesucht.

Wesel.. Rund 100 Fledermausexperten trafen sich am Samstag im Kreishaus, um über landesweite Schutzbemühungen für die kleinen Säugetiere zu beraten und sich über diverse Projekte auszutauschen. Dazu gehört auch die Aktion „Fledermausfreundliches Haus“, die soeben angelaufen ist. Denn immer wieder werden aus Unwissenheit Quartiere zerstört oder die Fledermäuse zumindest gestört. Wer den nächtlichen Fliegern an seinem Haus Unterschlupf gewährt und damit einen Beitrag zur Linderung der tierischen Wohnungsnot leistet, erhält fortan sogar eine Plakette des Naturschutzbundes (NABU). Dachböden und Hohlräume werden von den Fledermäusen gerne angenommen.

Carsten Trappmann, Sprecher des Landesfachausschusses Fledermausschutz im NABU Nordrhein-Westfalen, warnte außerdem bereits vor der Tagung vor der Gefahr durch Windräder. Die schnellen Rotoren könnten von den Fledermäusen gar nicht registriert werden, so dass Knochenbrüche und verletzte innere Organe durch den starken Luftdruck die Folge seien.

Auch Paul Schnitzler von der Biologischen Station im Kreis Wesel gehörte zu den Referenten. Er sprach gleich eingangs über die Fledermäuse im Kreisgebiet. In Wesel gibt es ein großes Vorkommen in den Ruinen des ehemaligen Forts Blücher auf der linken Rheinseite. Dort fühlt sich vor allem die Fransenfledermaus wohl, aber auch die Wasserfledermaus. Braune Langohren und Zwergfledermäuse werden ebenfalls regelmäßig gesichtet. Und sogar mitten in der Stadt sind Fledermäuse zu Hause, nämlich in der Heubergkasematte am Rande des Heubergparks.

Unterschlupf in preußischen Bauten

Außerdem wurden Fledermäuse in der Engelkirche, einst das Fort Fusternberg, im Zitadellenhaupttor und an den Resten der ehemaligen Eisenbahnbrücke entdeckt. Die preußischen Bauten haben es den flotten Flugakrobaten offenbar besonders angetan. Einige werden nicht nur nach den ersten Frösten im Herbst für die Winterruhe aufgesucht, sondern dienen durchaus auch während des Jahres als willkommener Unterschlupf.