Windkraft in Hamminkeln: Klare Regeln fehlen

Wie geht es weiter mit der Windkraft in Hamminkeln? Erst einmal gar nicht.
Wie geht es weiter mit der Windkraft in Hamminkeln? Erst einmal gar nicht.
Foto: Hanna Lohmann
Was wir bereits wissen
  • Land will den Ausbau der Regenerativen Energie im ländlichen Bereich
  • Stadtplaner Manfred Boshuven vermisst allerdings detaillierte Ansagen
  • Das Brachvögelvorkommen in der Hohen Heide ist für die Planer ein Problem

Hamminkeln..  Das Thema Windkraft wird die Stadt noch eine Weile beschäftigen. „In diesem Jahr wohl nicht mehr“, sieht Stadtplaner Manfred Boshuven keine Aussicht auf schnelle Entscheidungen. Zu vertrackt ist die Lage in Hamminkeln. Vier Vorrangszonen gibt es in Hamminkeln. Doch die sind, bis auf einen Platz in Töven, voll. Nun fordert aber die Landesregierung den Ausbau regenerativer Energien und in Hamminkelns Rathaus, und nicht nur dort, vermisst man klare Ansagen aus Düsseldorf. „Es ist nicht klar definiert, wann eine Kommune genug getan hat“, erklärt Manfred Boshuven. Die Stadt hatte vor einiger Zeit zwei neue Konzentrationszonen ins Auge gefasst, um zumindest steuern zu können, wo die Anlage im Stadtgebiet entstehen dürfen und welche Flächen tabu sind. Denn ohne Konzentrationsflächen dürfen Windkraftanlagen generell überall im Außenbereich errichtet werden, wenn keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist.

Bei der öffentlichen Auslage zur Änderung des Flächennutzungsplanes hatte es massive Bedenken gegeben. Da ist zum einen der Standort Nordbrock. Hier haben die Anwohner, die bereits auf drei Anlagen schauen, keine Lust auf Nummer vier.

Noch schwieriger ist die Gemengelage im Gelände Hohe Heide, wo drei Anlagen entstehen sollen. Zwar liegt das geplante Baugebiet außerhalb des Naturschutzgebiets Dingdener Heide. Doch es gibt dort ein Brachvogelvorkommen, das besonders geschützt ist. „Hier müssten wir im Umfeld 20 Hektar Ersatzfläche schaffen“, erklärt Boshuven. Diese Fläche darf allerdings nicht nur auf dem Papier existieren, sondern muss so beschaffen sein, dass die Brachvögel dort tatsächlich einen neuen Lebensraum vorfinden.

Unmöglich ist das nicht, sagt Boshuven. Es laufen auch Gespräche mit einem Grundstückseigentümer, der so eine große Fläche zur Verfügung stellen könnte. Aber es gibt noch keine Ergebnisse. Und bevor die Ersatzfläche nicht da ist, um die Brachvögel aufzunehmen, gibt es auch keine Windkraftanlage.

Der zweite Knackpunkt sind die fehlenden konkreten Vorgaben des Landes. „Uns wäre es viel lieber, wenn es klare Anhaltspunkte geben würde“, so Boshuven. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge arbeitet die Verwaltung zur Zeit die Bedenken, die während der öffentlichen Auslegung laut wurden, ab. Dann, so lautet der Plan, wird die Stadt sich erst einmal mit der Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde rückkoppeln, um zu eruieren, ob der Standort Hohe Heide genehmigungsfähig und auch faktisch realisierbar ist.

Für Stadtplaner Manfred Boshuven ist klar: „Wir wollen den Standort Hohe Heide. Aber nicht um jeden Preis.“