Willkommen im Rathaus-Zirkus Hamminkeln

Saskia Neuenhoff (links) und Gabi Wisian (Mitte) verpassten Bürgermeister Holger Schlierf, Jürgen Palberg, Robert Graaf und Thomas Dreier (von links) gemeinsam mit ihren Kolleginnen ein neues Outfit und riefen den Zirkus aus.
Saskia Neuenhoff (links) und Gabi Wisian (Mitte) verpassten Bürgermeister Holger Schlierf, Jürgen Palberg, Robert Graaf und Thomas Dreier (von links) gemeinsam mit ihren Kolleginnen ein neues Outfit und riefen den Zirkus aus.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Rathausmitarbeiterinnen machten die Verwaltungsräume zur Manege und statteten ihren Vorstand mit Zylinder, Krönchen und Ballettröckchen aus.

Hamminkeln..  So schnell kann’s gehen. Da sitzt der Hamminkelner Verwaltungsvorstand in der einen Minute noch mit akkurat geknüpftem Schlips im Bürgermeisterbüro und harrt der Dinge, die da kommen. In der anderen ist er die Krawatten weitestgehend los und hat stattdessen einen Zylinder oder ein Krönchen auf dem Kopf, ein Tutu um die Hüften gewickelt oder die Peitsche in der Hand.

Holger Schlierf, Robert Graaf, Jürgen Palberg und Thomas Dreier ließen sich bereitwillig in die Kostüme stecken, die die Verwaltungsmöhnen für sie bereitgelegt hatten. Für den diesjährigen Kostümzwang ihrer Vorgesetzten waren in diesem Jahr die Frauen aus der Kämmerei verantwortlich. Und sie riefen den Zirkus im Rathaus aus.

Als Giraffen, Leoparden, Clowns, Harlekine, Reiter und Dompteure kamen sie ins Büro von Holger Schlierf defiliert, wo sie ein Banner enhüllten, das den Titel „Zirkus Stadt Hamminkeln - jeder Tag ein Drahtseilakt“ trug. Nichtunpassend: Schließlich musste nicht nur der Kämmerer einige Seiltänze beim Haushalt vollbringen.

Die finale Vorstellung

Robert Graaf musste übrigens mit Leidensgenosse Jürgen Palberg ins Ballettröckchen steigen; beide taten dies, nun ja, einigermaßen grazil, während Thomas Dreier als stärkster Mann der Welt einen Besenstiel mit sich schleppen musste, an dessen Enden jeweils ein Ballon verknotet war, der die symbolische Last von 25 Tonnen verkörperte. Bürgermeister Holger Schlierf machte derweil als Zirkusdirektor eine ziemlich gute Figur und fragte sich, wer von den Frauen den Wunsch geäußert hatte, Messerwerfen zu veranstalten.

Das Messerwerfen blieb aus, dafür ließ der Bürgermeister die Peitsche knallen. Nach eigener Aussage zum allerersten Mal. „Bislang habe ich das immer ganz gut ohne hingekriegt“, sagte der Bürgermeister, als die jecke Meute längst im Thekenbereich des Rathauskellers angekommen war. Dort hatten bereits die männlichen Kollegen das Bier angestochen und warteten mit sebst gebastelten VIP-Karten auf die „finale Vorstellung“.

Das traf vor allem auf den Bürgermeister zu, der in seiner Funktion gestern das letzte Mal Karneval feierte. Wehmütig wolle er nicht werden,sagte Holger Schlierf, „aber ergreifend ist das schon“.