Musik-Festival
Wilder Westen lockte kaum
01.08.2010 | 15:59 Uhr 2010-08-01T15:59:00+0200
Wesel.„High Noon“ an der Niederrheinhalle. Die Uhr schlägt 12 Uhr mittags. Gespannt erwarten die Aussteller der Westernstadt Besucherströme. Verlassen erscheint die Wiese wie die weite Prärie des wilden Westens.
Cowboys und Indianer treffen sich an ihren Rändern zum Gespräch. Weseler Publikum bleibt dem Festival dagegen weitestgehend fern, die Countryszene unter sich.
Das wirkte sich auf die Stimmung der Veranstalter aus. „Die Nerven liegen blank. Wir haben hier viel Arbeit reingesteckt. Jetzt ist es nicht so gelaufen, wie wir es uns gewünscht hatten“, sagte Jörg Fink von den „Flophouse Linedancer“ aus Hünxe. Die tanzende Interessengemeinschaft hatte mit der Weseler Tafel das Countryfest organisiert und mit 1000 Besuchern pro Tag gerechnet. Nur 400 waren es am Samstag. Fast ausschließlich Szene-Publikum mit Cowboyhüten, Stiefeln, passenden Gürtelschnallen oder Indianer-Schmuck. Die Veranstalter reagierten und öffneten die Westernstadt am zweiten Tag umsonst.
Zu wenig Werbung
„Wir haben Fehler gemacht“, gab „Flophouse Linedancer“ Detlef Rohde zu. „Der Benefiz-Charakter hätte stärker beworben werden sollen.“ Immerhin sollte die Weseler Tafel und ihr Projekt „Schulfrühstück für Kinder“ vom Reingewinn der Veranstaltung profitieren. „Am ersten Tag hatten wir keinen Gewinn“, sagte Rohde. Auch der Sonntag bot keine gute Perspektive. Ohne den geplanten Eintrittspreis und mit den zu entrichtenden Gema-Gebühren bleibt abzuwarten, ob die Weseler Tafel mit Unterstützung rechnen kann.
Spaß an den wenig bevölkerten Flächen rund um die Niederrheinhalle hatte nur Gerd Gontow vom Countrytreff Melle. Zehn Huskys und seinen Schlitten hatte er dabei und jagte ein ums andere Mal über das Gelände. Beheimatet waren die Westernfreunde im „Weißzeltlager“ und wollten ihren Gästen die deutsche Auswanderungsgeschichte näher bringen. Das Interesse der Weseler Bürger war jedoch überschaubar.
Leute mit dem Lasso fangen
„Das liegt an der hiesigen Mentalität“, seufzte Greg Williams, Regisseur der Musik-Veranstaltung in der Niederrheinhalle. Williams kennt sich aus, ist der Eventmanager doch in Wesel aufgewachsen. „Wir müssen die Leute schon mit dem Lasso fangen“, hatte er seinen Humor trotz der enttäuschenden Zahlen nicht verloren. Williams deutete zudem an, „torpediert“ worden zu sein. „Plakate, die aufgehängt waren, sind nicht mehr da“, berichtete er. Zudem ärgerten sich die Countryfreunde in Wesel über Konkurrenzveranstaltungen wie das Köln-Rodeo oder ein Linedance-Fest in Jülich.
Zum Tanzen waren die meisten Gruppen an die Niederrheinhalle gekommen. „Linedancer“ aus Holland und dem Ruhrgebiet vergnügten sich bei Live-Bands unterm Hallendach und bewiesen tadellose Ausdauer.
Innerhalb der Countryszene erreichte die Stimmung abends ihren Höhepunkt. Zwar war die Niederrheinhalle nie gefüllt, doch feierten die Tanzbegeisterten zur Musik von den „Shadow Creek Ramblers“ ihr Fest. „Wir hatten unseren Spaß“, bestätigte „Flophouse Linedancer“ Jörg Fink und machte dabei den Eindruck, dass sich die Country-Szene selbst genug ist.
02:02
Ich fand die Veranstaltung klasse und nen riesengroßes Dankeschön nochmal an die ganze Flophouse Linedancercrew, die spitzen Bands und Interpreten. Es ist heute nicht immer selbstverständlich sich so zu engagieren. Ich wünschte jemand würde in meiner Region(Berlin/Brandenburg) auf so eine Idee kommen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht dort alte und neue Freunde zutreffen. Und ich denke, daß ist es was zählt und gezählt hat, der Spaß an der Freude für einen guten Zweck. Mein Sohn und ich freuen uns schon aufs nächste Jahr.
10:08
Zerreissen wir mal nicht die Veranstaltung. Man konnte sehen das hier viel arbeit drinne steck. Gut, es gab Band die ich gut fand und einige weniger. Aber es ist sicherlich nicht einfach es jedem Recht zu machen. Fakt ist das es immer etwas schwer ist hier in Wesel etwas Auf die Beine zu stellen, frei nach dem Motto Was der Bauer nicht kenn das frißt er nicht Doch ich finde es toll das es leute gibt die sich für Andere engagieren.
20:06
Es wahren rund um die Niederrheinhalle ca 80 Plakate aufgehängt und Radio KW und Eins Live haben öfters durchsagen gemacht.Am Freitag war eine Termin durchsage bei Aktuelle Stunde.Die ganze Fußgängerzone ist mit Plakaten bestückt worden.In 8 Lokalen Zeitungen sind berichte über die Veranstaltung gebracht worden.Es wurden ca 10000 Flyer verteilt.Also an der Werbung kann es nicht gelegen haben.Außerdem habe ich nicht gesagt das zu wenig Werbung gemacht wurde sonder wir haben vergessen zu schreiben das der Erlös Weseler Schulen zugute kommt.Es werden Schulspeisungen davon Finanziert.
18:47
Wen interessieren denn schon Bands aus 2. oder 3. Reihe? Bei NULL Highlight kein Wunder.
13:50
weniger ist oftmals mehr ...wie man so schön sagt. Vielleicht hätte man die Erwartungen nicht gleich so hoch schrauben sollen für eine Veranstaltung die hier noch nicht so wirklich jemand kennt und nur Insidern ein Begriff ist. Und wenn ich lese das 400 Leute dort waren ??? dann ist das doch schon was....andere wären froh wenn sie soviel zuspruch für ihre Veranstaltungen hätten.Also immer schön Bescheiden bleiben ...aller anfang ist schwer und das besonders in der Stadt der Esel...da tun sich hat Cowboys und Indianer schwer.
09:03
Plakatwerbung . . . ???
Ich habe nicht ein Plakat gesehen!
Da hätte ich sehr gerne mal vorbeigeschaut!
Zumal ich nur 2 Minuten entfernt wohne!
Echt schade!!!
19:29
Ja schade. Aber nur Plakatwerbung ist auch nicht genug. Ich habe kein einziges davon gesehen, erfahre jetzt erst von dieser großartigen Veranstaltung.
So Sachen sind keine Selbstläufer.
18:29
Detlev Rohde hat es richtig erkannt: Zu wenig Werbung. Schade.