Wie Mann sich pflegt

Hamminkeln..  Gestern war der Tag der männlichen Körperpflege. Offenbar muss es den geben. Wie aber pflegt Mann sich in Hamminkeln? Im Ortskern sind entsprechende Angebote nicht sogleich zu entdecken. Das Figurenstudio am Markt spricht die Frauen an, und in welches Schaufenster man auch blickt: Umworben werden Weib und hier und da auch Kind. Ein maskuliner Pflegenotstand in Hamminkeln?

Wohltaten für Kopf und Körper

Mitnichten, wenn man sieht, wie Herbert Heiligenpahl sich pflegen lässt. Er sitzt im Salon mit dem Schriftzug Scherania auf dem Friseurstuhl und lässt seinem Haupt Gutes angedeihen. Seine Haut von Unreinheiten befreien oder seine müden Füße pflegen lassen kann Mann hier auch. Aber das machen die Hamminkelner nur vereinzelt, sagt Barbara Meußen, gemeinsam mit Christa Steff Betreiberin.

Katja Gronau an der Ringenberger Straße bietet dem „Gentleman“ allerlei Pflegendes an: Strähnen im Haar, in Form gebrachte Augenbrauen, Styling oder Kopfmassage. „Ihr Körper hat Erholung verdient“, spricht das Kosmetik-Haus Silberhorn am Molkereiplatz die Männer an. In „zwei Stunden Auszeit zwischen Beruf und Privatleben“ wird ihnen von der Nacken-Massage über die indische Ganzkörpermassage bis hin zur „Herren-Energiebehandlung Chi Yang“ eine Menge geboten. Besonders verheißungsvoll: „Das Tor des Himmels“ - ein Stirnguss mit warmem Öl inklusive Fußmassage.

Ordentlich und mit Stil

Und woran erkennt man einen gepflegten Mann? „Ordentlich“ müsse er aussehen, meint Barbara Meußen - halt gepflegt. Der erste Eindruck sei da ganz wichtig. Gut riechen sollte er wohl auch, würde die Parfüm-Industrie sicher antworten, die den Tag des gepflegten Mannes ins Leben rief.

Jedenfalls sei „gepflegt“ nicht mit elegant zu verwechseln, sagt Petra Möllenbeck. Sie arbeitet in dem Geschäft an der Marktstraße, das ganz klar für die Männer da ist: Alexander Herrenmoden. Was sie jungen wie reiferen Männern anbietet, ist teils auch leger, darf auch bunt sein. Ein gewisser Stil, meint sie, müsse zu erkennen sein und zeigt auf Jan Josef Liefers. Der hängt als Werbefigur an einer Wand des Ladenlokals - ohne steifen Prof.-Boerne-Kittel, sondern lässig gepflegt.

Kein Notstand also in Hamminkeln. Ganz sicher gibt es dort - und nicht nur dort - trotz allem auch Männer, denen ein gepflegtes Bierchen fast genauso wichtig ist.