Wie man Kaninchen wegzaubert

Lehrerin Nadine Gramm durfte auch mal mitmachen. Robert Sperlich zeigte mit ihr zusammen eine akrobatische Übung, und die Kinder schauten interessiert zu.
Lehrerin Nadine Gramm durfte auch mal mitmachen. Robert Sperlich zeigte mit ihr zusammen eine akrobatische Übung, und die Kinder schauten interessiert zu.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Kinder der Fusternberger Grundschule in Wesel machen Zirkus und lernen dabei eine Menge. Aufführungen sind Freitag und Samstag.

Wesel..  Gespannt hören Till und Lukas den Anweisungen von Zirkusdirektorin Florina Sperlich zu. Sie stehen im Klassenzimmer vor zwei kleinen Tischen. Darauf steht jeweils eine Box, darüber ist ein rotes Tuch gehängt. Till und Lukas üben, wie sie das Kaninchen vom Tisch „wegzaubern“ können. Das ist eine von vielen tollen Sachen, die die Schülerinnen und Schüler der Fusternberger Grundschule lernen. Ihr „Unterrichtsfach“ besteht aus ganz viel Zirkus - vorübergehend jedenfalls. Die Profis vom „Circus Gerhard Sperlich“ sind ihre Lehrer.

Eine solche Projektwoche ist mal was anderes als Rechnen oder Rechtschreibung. „Die Kinder lernen hier selbstständiges Lernen - auch außerhalb der Schule“, erklärt Florina Sperlich. In sieben Themen-Gruppen können sich die Kinder unter anderem als Zauberer, Fakire oder Akrobaten ausprobieren.

Zum Beispiel bilden sie in der Gruppe Akrobatik nach Anleitung von Robert Sperlich das Brandenburger Tor. Dazu stellen sich sechs Kinder hintereinander auf. Emma (10) und Jeremy (8) greifen die Füße der vor ihnen stehenden Annika (7) und Felix (7) und legen sie auf ihre Schultern. Annika und Felix wiederum stützen sich auf den Schultern der in der Mitte stehenden Canan (9) und Robin (9) ab. „Die Starken müssen die Schwachen halten, sonst funktioniert die Gruppe nicht“, sagt Robert Sperlich. So verbessern die Kinder Konzentration, Koordination und Bewegung.

Matthias Sperlich leitet die Gruppe „Fakir und Feuer“. Sie übt eine Choreographie ein. Die Kinder müssen als Gruppe gut harmonieren, um das hinzubekommen. Ihr Trainer erklärt ihnen jede Körperbewegung. Sehr diszipliniert setzen alle seine Anweisungen um.

In zwei Gruppen, angeführt von Tim und Jonas, gehen die Kinder über echte Glasscherben. Am nächsten Tag stehen Übungen mit dem Nagelbrett und mit Feuer an. Aber keine Angst: Dabei könne nichts passieren, versichert der erfahrene „Fakir“ Matthias. „Bei diesen Übungen sollen die Kinder über sich hinauswachsen“, sagt er.

Clowns, Seiltänzer und Tiere

Genauso abwechslungsreich, interessant und spannend geht es in den anderen Gruppen zu: Bei den Clowns, den Seiltänzern oder den fantastischen Effekten von Schwarzlicht. Und was wäre ein richtiger Zirkus ohne Tiere? Der Umgang mit Ponys und Ziegen ist für die Kinder unverzichtbar.

Spaß macht das Ganze. Und natürlich wird es am Ende Zirkusvorstellungen geben. Aber das Konzept der Projektwoche geht über das Erlernen von Zirkusnummern hinaus. Die Entwicklung und Förderung der Persönlichkeit, das Kennenlernen des eigenen Körpers, Teamgeist sowie das Spielen und Sprechen vor Publikum sind pädagogische Leitmotive.

Wer kommen, sehen und staunen möchte: Die Aufführungen der Kinder finden am Freitag, 24. April, um 10 und 17 Uhr sowie am Samstag, 25. April, um 10.30 und 14 Uhr im Zirkuszelt an der Fusternberger Gemeinschaftsgrundschule, An der Rundsporthalle 7, statt.