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Westkamp wünscht sich Kreuzfahrtschiffe

07.02.2016 | 18:55 Uhr
Westkamp wünscht sich Kreuzfahrtschiffe
NRW Finanzminister Norbert Walter-Borjans wird gemeinsam mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, von der Bühne geleitet.Foto: Diana Roos

Wesel.   Die Bürgermeisterin verspricht sich passend zum Stadtjubiläum einen wahren Geldsegen für die Hansestadt durch die gestrige Verleihung des Eselordens an NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans.

Ulrike Westkamp strahlte über das ganze Gesicht. Sie freue sich sehr, dass Norbert Walter-Borjans der neue Eselordenträger sei. Sie verglich ihn sogar mit einem „Goldesel“, der Wesel passend zum Stadtjubiläum zu neuem Wohlstand verhelfen könne.

Schließlich habe der Finanzminister durch den Ankauf von Steuer-CDs Mehreinnahmen von mindestens zwei Milliarden Euro erzielt. Davon – so Westkamp – solle jetzt einiges Geld in Wesel landen, denn: „Vom Kreis werden wir ja gnadenlos ausgenommen, jeder zusätzliche Euro ist uns daher willkommen.“

Sie bezeichnete den Geehrten als „sehr erfolgreichen Steuerjäger“, der die Mehreinnahmen nun an die Hansestadt weiterleiten solle. Die Bürgermeisterin hat offensichtlich das Geld sogar bereits für diverse Projekte „verplant“, sobald es auf dem Stadtkonto angekommen ist: „Den Stahltannenbaum ließ ich von Christo verhüllen. Am historischen Rathaus würde ich Figurenlücken füllen. Die Südumgehung würde nächstes Jahr fertig sein. Wesel würde verlegt – und zwar direkt an den Rhein.“

Doch nicht nur das.

Westkamp: „Der Hafen wird für Kreuzfahrtschiffe ertüchtigt. Die Innenstadt täglich von vielen Touristen besichtigt. In allen Ortsteilen würde ich klotzen, nicht kleckern. Und keiner hätte mehr was zu meckern.“

Prima Stimmung in der Niederrheinhalle. Foto: Diana Roos

Natürlich hörte sich das Walter-Borjans ganz genau an und entgegnete in einer tollen, frei gehaltenen Rede in Richtung Ulrike Westkamp: „Ihre Wunschliste ist ja überhaupt kein Problem...“ – schon brandete Jubel unter den hunderten Narren in der Niederrheinhalle auf und einige sahen vielleicht schon das erste Kreuzfahrtschiff vor dem geistigen Auge.

Aber dann musste der Finanzminister doch einschränken: „... wenn es nur Wesel gäbe.“

Dass er die Auszeichnung für seine Sturheit erhalten habe, die die eines Esels um Längen übertreffe, wie es in der Begründung hieß, nahm „Nowabo“ mit närrischem Humor: „Ich freue mich tierisch – da habe ich ja Schwein gehabt.“

Er fühle sich „vom Esel geküsst“ ergänzte der Finanzminister, der freimütig einräumte, wirklich stur zu sein und sicher nicht des Hinterziehers Schwarm. „Steuern machen keinen Spaß – aber Sinn“, so der Träger des 40. Eselordens.

Rauschende Prunksitzung

Eingebettet war die Verleihung in eine rauschende närrische Prunksitzung, die mit einem zauberhaften antiken Tanz der „Mamas und Papas“ vom Feldmarker Karnevals-Komitee eröffnet wurde.

Ulla Hornemann, Vorsitzende des Närrischen Parlaments, freute sich, dass Bürgermeisterin Westkamp beim Rathaussturm die Macht an die Karnevalisten übergeben habe: „Sie hat aber den Narren nicht nur den Schlüssel überlassen, sondern auch den Dezernenten Daniel Kunstleben gleich mit. Ob die allerdings mit dem drögen Westfalen etwas anzufangen wissen, bleibt abzuwarten...“

Feurigier Auftritt der KVC-Tanzwiesel. Foto: Diana Roos

Dann gab sich einige Prominenz die Ehre auf der Bühne. Der „Erfinder“ des Eselordens Wilhelm Schulte-Mattler war sich schon vor der Verleihung sicher, dass Walter-Borjans gerne nach Wesel gekommen sei: „Wir sind in Wesel doch alle ehrliche Steuerzahler!“

Vorjahrespreisträger und NRW-Verkehrsminister Michael Groschek bekam von Hornemann noch einen „Wink mit dem Zaunpfahl“ mit auf den Weg: „Er kennt sicher noch nicht den Weseler Bahnhof – vermutlich wird Stuttgart 21 eher fertig!“

Weitere Ordensträger vergangener Jahre waren in der Niederrheinhalle zu Gast: Radio-Legende Manni Breuckmann hatte als „Rocker“ seinen großen Auftritt an der Seite von Engel Hettwich, Journalist Geert Müller-Gerbes schunkelte mit den Tollitäten und schmetterte das Weseler Esel-Lied und Ex-WDR-Frau Carmen Thomas („Hallo Ü-Wagen“) musste schmunzeln, als auf der großen Leinwand ein Bild aus dem Jahr 1978 zu sehen war, das sie auf einem echten Esel sitzend bei der Ehrung zeigte.

Johannes Kruck

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2016-02-07 18:55
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