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Weseler Architekt baut eine Moschee

20.01.2015 | 18:48 Uhr
Weseler Architekt baut eine Moschee
Der Weseler Architekt mit einer Darstellung seines Moschee-Projektes. Links das Gebäude, das als Gemeindehaus dienen wird.Foto: Markus Weißenfels

Wesel.   Ludger Ebbert liebt die Abwechslung. Als die türkische Gemeinde in Möllen neue Räume brauchte, übernahm er die Planung für eine Moschee.

Architekten lieben die Herausforderung, oft auch die Vielfalt. Der Weseler Ludger Ebbert ist so einer. Als er gefragt wurde, ober er eine Moschee planen wolle, hat er gesagt: „Warum nicht“. Derzeit wächst sie in Voerde-Möllen in die Höhe. Früher, in Voerde, habe er „viele sakrale Bauten“ entworfen, sagt der 58-Jährige, der seit zwölf Jahren in Wesel tätig ist. Etwa die evangelische Kirche in Friedrichsfeld. Durch seine Zusammenarbeit mit der Realschule, in deren Kunstunterricht er Architektur einbrachte, bestand der Kontakt zur Stadt Voerde, und als der Türkische Kulturverein an sie mit seinen Moschee-Plänen herantrat, kam der Name Ebbert ins Spiel.

„Die hatten klare Vorstellungen“, sagt der Architekt über die folgenden Gespräche mit dem Verein. Sie leiten sich teils aus den Abläufen innerhalb der Moschee ab. Sollte auf dem Gelände der früheren Janusz-Korczak-Schule an der Schlesierstraße zunächst ein einzelnes Gebäude entstehen, so werden es nun zwei sein. Der Moschee-Bau ist im Grundriss fast quadratisch, hat eine Kuppel und einen Turm. Es gibt separate Eingänge für Männer und Frauen, was Ludger Ebbert an seine Messdiener-Zeit erinnert, in der er noch die Trennung von Männlein und Weiblein auf den Bänken der katholischen Kirche erlebte.

Männer unten, Frauen oben

Ein Vorraum zum Ablegen der Schuhe, Fußwaschräume und Toiletten liegen vor dem Gebetsraum, der im Parterre knapp 200 Quadratmeter groß ist, farbig getünchte Wände mit Kaligraphien erhalten wird. Die Frauen gelangen per Treppe oder Fahrstuhl in die 120 Quadratmeter große obere Etage, von der sie wie von einer Empore hinab blicken. Ein großer Leuchter wird später von der Kuppel herab hängen. Viele Fenster mit runden Bögen sorgen für Tageslicht.

Äußerlich sorgt heller Naturstein für eine freundliche, helle Optik. Gleiches gilt für das nebenan entstehende zweite Bauwerk, das, ähnlich wie ein Gemeindehaus, Versammlungs-, Büro- und Schulungsräume (unter anderem für Deutsch-Unterricht) und zudem die Imam-Wohnung aufnehmen und ein Tonnendach haben wird. Es wird grün sein - ebenso wie die Kuppel der „Yesil Camii“, der grünen Moschee. Das korrespondiert mit dem benachbarten evangelischen Kirchengebäude.

Statik der Kuppel etwas knifflig

Besonders schwierig sei das Ende nächsten Jahres einzugsfertige Projekt nicht, sagt Ludger Ebbert. Allein die Kuppel sei eine statische Herausforderung. Sie entsteht im Sauerland, der Bauunternehmer kommt aus Dortmund, ansonsten sind hiesige Handwerker beschäftigt. Die Finanzierung des 1,6 Millionen-Projekts erfolgt durch Spenden aus der über 200 Mitglieder umfassenden türkischen Gemeinde in Möllen und über hiesige Banken. Die Zusammenarbeit sei prima, sagt Ebbert, der beim ersten Spatenstich einer von 1000 Gästen war und vom Kulturverein auch zur großen Kermes-Feier eingeladen wurde.

Joachim Freund

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2015-01-20 18:48
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