Weseler Andreas-Vesalius-Gymnasium ist eine Leuchtturmschule

Kleine Plakette, große Wirkung: Christian Karus, Schulleiterin Dorothée Brauner und ihr Stellvertreter Sebastian Hense (von links) sind stolz.
Kleine Plakette, große Wirkung: Christian Karus, Schulleiterin Dorothée Brauner und ihr Stellvertreter Sebastian Hense (von links) sind stolz.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Das MINT-EC-Netzwerk zeichnet die Schule erneut aus. Ihren Schülerinnen und Schülern bieten sich dadurch viele besondere Möglichkeiten.

Wesel..  Mathe? Schon immer das Horror-Fach schlechthin. Und chemische Formeln sind auch nicht besser. Das schwingt häufig mit, wenn unter Schülern von den Naturwissenschaften die Rede ist, auch wenn inzwischen bereits in den Kindergärten experimentiert wird. Zugleich erklingt der Ruf nach Naturwissenschaftlern unverändert. Am Andreas-Vesalius-Gymnasium (AVG) tun sie was und zeigen selbst für die scheinbar so trockene Materie spannende neue Wege auf, die sie beschreiten.

Schulleiterin Dorothée Brauner ist stolz, dass dem AVG ein „Leuchtturmcharakter“ bescheinigt wird. Ihre Schule hat die so genannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu einem ihrer Schwerpunkte erkoren. Seit 2012 zählt das Gymnasium zu den über 200 MINT-Excellence Schulen im Bundesgebiet, die alle drei Jahre beweisen müssen, dass ihr Angebot in den genannten Bereichen top ist und jeweils weiter entwickelt wurde. Diese erneute Zertifizierung ist nun am AVG erfolgt, das schulische Angebot als „hervorragend und abwechslungsreich“, die Wissenschaft und Wirtschaft einbeziehende „Kooperationskultur“ als herausragend gewürdigt worden. Entsprechend leuchtet die MINT-EC-Plakette am Schuleingang.

Camps und Praktika

„Wir wollen da keinen ‘rein treiben“, sagt die Schulleiterin, die Mathematikerin ist. Ihre Schüler müssten sich nicht von Anfang an festlegen und hätten natürlich auch andere individuelle Wahlmöglichkeiten. Aber wer über den „normalen“ Unterricht hinaus für die MINT-Fächer Interesse zeigt, für den gibt es immer interessantere Fördermöglichkeiten. Netzwerk lautet das Stichwort im Hintergrund. Insbesondere der Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Schulen ermöglicht die optimale Ausnutzung von Lehrplänen „und I-Tüpfelchen obendrauf“, wie Christian Karus sagt, erfahrener MINT-Pädagoge am AVG. Kontakte zu Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industrie, das Kennenlernen von Anwendungsbereichen in der Medizin oder der Astrophysik, Lehrer-Fortbildungen, Praktika sind Effekte. Oder auch MINT-Camps - mehrtägige Treffen von Schülern verschiedener Schulen mit Lehrern und externen Fachleuten. Das hat einen anderen Charakter als der Schulalltag. Und es entstehen interessante Kontakte.

Sebastian Hense, Informatiker und bald auch offiziell stellvertretender Schulleiter, stellt fest, dass Informatik-Leistungskurse bei Bewerbungen als Empfehlung gelten, und er weiß, dass das MINT-Zertifikat Schülern beim Einstieg an manchen Hochschulen Vorteile einbringt. Ein Gütesiegel quasi, das „ganz tolle Berufsaussichten“ verheißt.